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Auf Warnsignale achten
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Früherkennung von Blasen- und Nierenkrebs

Krebserkrankungen der Niere und der Blase sind in der Gesamtbevölkerung nicht häufig, aber mit dem Lebensalter steigt das persönliche Risiko. Eine frühzeitige Diagnose verbessert die Behandlungschancen enorm. Früherkennungsuntersuchungen ohne konkreten Anlass allerdings hält der Medizinische Dienst Bund für kontraproduktiv.
AutorKontaktBarbara Erbe
Datum 04.03.2025  08:30 Uhr

Hauptrisiko Rauchen

Risikofaktoren für Nierenkrebs sind – nach Auswertung der Statistiken – Rauchen, Übergewicht und Bluthochdruck, auch erbliche Faktoren spielen eine Rolle. Auch eine chronische Nierenschädigung steigert das Risiko. Darüber hinaus kann der berufliche Umgang mit der Chemikalie Trichlorethen etwa in der Metall- oder Chemieindustrie das Risiko für ein Nierenzellkarzinom erhöhen. Körperliche Aktivität wiederum scheint das Risiko zu senken, darauf weisen einige Studienergebnisse hin.

Auch beim Blasenkrebs gibt es zahlreiche Giftstoffe und krebserregende Substanzen, die als Risikofaktoren gelten, beispielsweise Beta-Naphthylamin oder Benzidin in der Farb- und Lackindustrie. Manche Berufsgruppen können durch den vermehrten Kontakt mit diesen Substanzen Krebs bekommen, beispielsweise Maler und Lackierer. Dann ist Blasenkrebs als Berufskrankheit anerkannt.

Der Hauptrisikofaktor ist aber auch für Blasenkrebs das Rauchen: Aktives Rauchen sowie Passivrauchen ist laut Krebsinformationsdienst für ungefähr die Hälfte aller Blasenkrebserkrankungen verantwortlich. Als weitere Risikofaktoren gelten Medikamente, beispielsweise bestimmte Chemotherapeutika (Cyclophosphamid und Ifosfamid) oder das Diabetes-Medikament Pioglitazon.

Darüber hinaus vergrößern chronisch-entzündliche Schädigungen der Blasenschleimhaut, etwa durch Harnwegsinfekte, Steinleiden oder Dauerkatheter das Risiko, Blasenkrebs zu bekommen, ebenso wie eine Strahlentherapie des Beckens, beispielsweise bei Prostatakrebs. Schließlich spielt auch bei Blasenkrebs die Genetik eine Rolle. Verwandte von Menschen mit Blasenkrebs, beispielsweise Kinder oder Geschwister, haben ein höheres Risiko, ebenfalls an Blasenkrebs zu erkranken.

Da Rauchen bei beiden Krebsarten der Hauptrisikofaktor ist, ist die beste Prävention, nicht zu rauchen – möglichst auch nicht passiv. Weitere Möglichkeiten, mit denen jede und jeder einzelne das persönliche Risiko minimieren kann, sind – wie bei vielen anderen Krankheiten auch – eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst und Gemüse, regelmäßige Bewegung und Sport, Normalgewicht halten beziehungsweise Übergewicht abbauen, ausreichend Wasser trinken, um die Harnwege gut durchzuspülen und die Blase regelmäßig zu entleeren. Und natürlich: Warnsignale wie Blut im Urin, Brennen und Schmerzen beim Wasserlassen oder häufiger Harndrang ärztlich abklären lassen.

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