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Nicht abwarten
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Fußpilz behandeln

Fußpilz kommt unter Erwachsenen häufig vor, ist jedoch mit Scham besetzt. Die Behandlung zu verzögern, ist keine gute Idee, da die Hautinfektion meist nicht von allein verschwindet und hochansteckend ist. Die Apotheke berät diskret.
AutorKontaktClaudia Timmermann/PTA-Forum
Datum 21.01.2026  16:00 Uhr

Erhöhtes Risiko bei Durchblutungsstörungen

Durchblutungsstörungen in Beinen und Füßen wirken sich häufig auf den Zustand der Haut aus. Sie ist trocken und rissig und weniger widerstandsfähig gegenüber äußeren Einflüssen. Dermatophyten haben leichtes Spiel, sich hier anzusiedeln. Besonders Menschen mit Diabetes bekommen das zu spüren. Sie haben gegenüber Gesunden ein ungleich höheres Risiko, sich eine Pilzinfektion an den Füßen zuzuziehen. Denn neben Durchblutungsstörungen machen ihnen häufig eine schwache Immunabwehr und neuropathische Beschwerden zu schaffen. Neuropathien haben oft Verletzungen an den Füßen zur Folge, die von den Betroffenen längere Zeit unbemerkt bleiben und als ideale Eintrittspforte für Pilze und andere Keime dienen.

Bleibt die Mykose unbehandelt, kann sie zum Auslöser eines diabetischen Fußsyndroms, einer großflächigen Pilzerkrankung oder sogar zu einer Wundrose werden. Das sogenannte Erysipel ist eine akute, meist durch Streptokokken verursachte Hautinfektion, die mit hohem Fieber einhergeht. Durch kleinste Hautverletzungen dringen die Bakterien in den Organismus ein und lösen meist am Unterschenkel hochrote, flammenförmige Entzündungsreaktionen aus. Ohne Antibiotikabehandlung ist eine Wundrose lebensgefährlich.

Wann zum Arzt

Die am häufigsten vorkommende Fußpilz-Form Tinea pedis interdigitalis lässt sich im Allgemeinen gut selbst therapieren. Risikogruppen, zu denen Patienten mit Diabetes mellitus oder unter einer immunsuppressiven Dauertherapie gehören, sollten PTA und Apotheker besser zum Arzt schicken. Dasselbe gilt auch für Schwangere und Stillende und für Betroffene, bei denen weite Hautareale sowie zusätzlich Fußnägel befallen und möglicherweise superinfiziert sind. Der Mediziner untersucht, um welche Form der Fußmykose es sich handelt (siehe Tabelle). Er entscheidet anhand dessen, ob eine lokale antimykotische Behandlung ausreicht oder weitere, zum Beispiel systemische Therapiemaßnahmen nötig sind.

Art Lokalisation Symptome Behandlung
Tinea pedis interdigitalis (Fußpilz zwischen den Zehen) Häufigste Form, beginnt meist zwischen dem vierten und fünften Zeh Haut zwischen den Zehen ist gerötet, juckt und brennt, schmerzhafte Risse, Bläschenbildung Selbstmedikation mit fungizid oder fungistatisch wirkenden Präparaten möglich, je nach Schwere Kombination lokaler und systemischer antimykotischer Therapie (Verordnung durch den Arzt)
Squamös-hyperkeratotischer Typ oder Mokassin-Typ (Fußpilz an der Fußsohle) Selten, aber oft chronisch, betroffen sind Fußsohle und Fußkanten Entzündete trockene, schuppige Haut, die verhornt und einreißt Behandlung durch Arzt
Vesikulös-dishydrotischer Typ (Fußpilz mit Bläschenbildung) Selten, betroffen sind Fußgewölbe und Fußkanten Bläschenbildung und starke Verhornung, Haut juckt und spannt Behandlung durch Arzt
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