PTA-Forum online Avoxa
instagram facebook

Chronisch oder akut
-
Gastritis hat viele Gesichter

Eine akute Magenschleimhautentzündung kann plötzlich starke Schmerzen verursachen, die chronische Form bleibt dagegen lange symptomlos. Doch das ist nicht der einzige Unterschied. Auch Auslöser, Verlauf und Behandlung sind verschieden.
AutorKontaktCarina Steyer
Datum 23.01.2026  10:00 Uhr

Chronische Gastritis lange unterschwellig

Chronische Gastritiden sind weit verbreitet. Schätzungen gehen davon aus, dass etwa die Hälfte der über 50-Jährigen betroffen ist, viele ohne es zu merken. Denn im Gegensatz zur akuten Gastritis verursacht die chronische Form lange keine Beschwerden. Erst im fortgeschrittenen Stadium treten meist unspezifische Beschwerden wie Aufstoßen, Blähungen, Brennen oder Schmerzen in der Magengegend auf. Mediziner unterteilen die chronische Gastritis nach ihrem Auslöser – autoimmun, bakteriell oder chemisch-toxisch – in die Typen A, B und C.

In den meisten Fällen: Helicobacter pylori macht Probleme – Typ-B-Gastritis

Die häufigste Form der chronischen Gastritis ist der Typ B. Sie findet sich bei 60 bis 85 Prozent der Betroffenen und wird fast immer durch Helicobacter pylori verursacht. Das spiralförmige Bakterium nistet sich in den obersten Zellen der Magenschleimhaut ein und ist in der Lage, die Magensäure in seiner direkten Umgebung zu neutralisieren. Überleben und Vermehrung stellen damit für das Bakterium kein Problem dar. Gleichzeitig beeinträchtigt es den Regulierungsprozess der Magensäureherstellung, wodurch es zu Schäden an der Magenschleimhaut kommen kann.

H. pylori wird von Mund zu Mund oder fäkal-oral übertragen, die Infektion erfolgt oft bereits schon in der Kindheit. Schätzungen gehen davon aus, dass etwa die Hälfte der Erwachsenen in Deutschland Träger von H. pylori sind, allerdings entwickelt nur jeder vierte bis achte eine Gastritis. Problematisch ist die Erkrankung trotzdem. Sie kann unbehandelt zu schwerwiegenden Folgeerkrankungen wie einem Magen- oder Zwölffingerdarmgeschwür führen.

Die Behandlung der Typ-B-Gastritis zielt auf die Eradikation von H. pylori ab. Die Kombination aus zwei Antibiotika - Clarithromycin kombiniert je nach Resistenzlage mit Metronidazol oder Amoxicillin - und einem Protonenpumpenhemmer beseitigt die Infektion bei bis zu 90 Prozent der Patienten. Praxistipp für die Beratung: Raucher können darauf hingewiesen werden, dass ein Rauchverzicht die Eradikationsrate verbessert.

TEILEN
Datenschutz

Mehr von Avoxa