| Katja Egermeier |
| 24.04.2026 12:00 Uhr |
Ab Mitte Mai bis Anfang Juli sollte man sich vor dem Eichenprozessionsspinner in Acht nehmen und die Nähe zu befallenen Bäumen meiden. / © Adobe Stock/agrarmotive
Die Ursache dafür ist nach Angaben des Umweltbundesamts das Nesselgift Thaumetopoein auf den Härchen der Larven. Eine einzelne Raupe kann bis zu einer halben Million Brennhaare tragen. Die mit Widerhaken versehenen Härchen fallen bereits bei leichter Berührung von den Larven ab und können mit dem Wind große Entfernungen zurücklegen. Ein Risiko gehe nicht nur von frischen Brennhaaren, sondern auch von in den Gespinstnestern zurückgelassenen Haaren aus, so das Bundesamt. Die Gefahr durch die giftigen Brennhaare beginnt etwa mit dem dritten Larvenstadium im Frühjahr und erreicht ihren Höhepunkt zwischen Ende Mai und Anfang Juni.
Kommt ein Mensch oder Tier mit den Brennhaaren in Hautkontakt, können Juckreiz, Quaddeln oder Hautausschläge auftreten. Neben dem Risiko dieser sogenannten Raupendermatitis besteht jedoch auch eine Gefahr für Atemwege und Augen. Eingeatmet können die Härchen Husten, Bronchitis oder Asthma auslösen, in die Augen gelangt, können sie für Rötungen, Juckreiz und Bindehautentzündungen sorgen. Auch generalisierte Beschwerden wie Schwindel, Übelkeit, Fieber oder Schüttelfrost können – wenn auch selten – Symptome eines Kontakts mit den Raupenhaaren sein.
Um sich von vornherein vor dem Eichenprozessionsspinner zu schützen, sollten befallene Bäume – meist Eichen – oder Waldgebiete gemieden werden. Ist das nicht möglich, sollte möglichst viel Haut bedeckt werden.
Nach einem Kontakt mit den Raupenhaaren sollte sofort geduscht, die Haare gewaschen, mit einem Föhn getrocknet und die Kleidung bei 60 Grad gewaschen werden. Auch Autos, die in der Nähe eines befallenen Baums standen, sollten sorgfältig von innen und außen gereinigt werden, um nicht darüber in Kontakt mit den Brennhärchen zu kommen.
Die Beschwerden, die ein bis zwei Wochen anhalten können, lassen sich folgendermaßen lindern:
Bei Atemproblemen oder Beschwerden am Auge sollte jedoch ein Arzt aufgesucht werden.
Ein digitales Frühwarnsystem zum Eichenprozessionsspinner findet sich beim Deutschen Wetterdienst. Die Web-Applikation ist kostenlos, bundesweit verfügbar und liefert eine tagesaktuelle Prognose zur Entwicklung des Eichenprozessionsspinners – einschließlich einer Gefährdungsabschätzung sowie Maßnahmenempfehlungen.