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Zwischen Zwietracht und Freundschaft
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Geschwister in der Pandemie

Seit Beginn der Corona-Pandemie sitzen Geschwister enger aufeinander als je zuvor. Bei geschlossenen Schulen, ohne Sport, Freunde und andere Aktivitäten außer Haus wird das Verhältnis in vielen Familien hart auf die Probe gestellt. Wie hat sich das Verhältnis zwischen Brüdern und Schwestern seither verändert? Und bleibt das jetzt so?
AutorKontaktdpa
Datum 13.04.2021  10:00 Uhr

Einflussfaktor: Alter und Eltern

Als Faustregel gelte: Je größer der Altersunterschied, desto seltener seien Konflikte, »weil die Kinder nicht mehr so verbunden sind: Sie leben in eigenen Welten und da gibt es weder ein Miteinander noch ein Gegeneinander«. Je geringer der Altersabstand, desto intensiver sei die Beziehung – wobei »intensiver« beides heißen kann: »Es kann harmonischer sein, aber auch rivalisierender.«

Am entspanntesten sei oft das Verhältnis zwischen gemischten Geschlechtern, zitiert Rohrmann aktuelle Forschungsergebnisse. »Am harmonischsten ist die Kombination großer Bruder, kleine Schwester, bei drei bis vier Jahren Altersunterschied.«

Ein weiterer entscheidender Faktor, wie die Geschwister miteinander auskommen, seien die Eltern, sagt Rohrmann. Wenn Eltern dauernd Vergleiche anstellten wie »Schau mal, wie brav Deine Schwester ist« oder »Guck doch, wie gut Dein Bruder das macht«, dann schüre das die Rivalität zwischen den Kindern. Besser sei es, die Individualität der Kinder wahrzunehmen und zu stärken.

Falls sich im Lockdown das Verhältnis der Kinder verschlechtert hat, müssen sich Eltern keine Sorgen machen, beruhigt Rohrmann: »Wenn der Alltag wieder einkehrt, wird sich das normalisieren«, glaubt sie. Corona sei eine vorübergehende Ausnahmesituation. Die Erlebnisse in dieser Zeit seien nicht längerfristig prägend, anders als zum Beispiel eine Trennung der Eltern.

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