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Apotheken
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Gesundheitskompetenz von Kunden stärken

Die Politik will die Gesundheitskompetenz von Patientinnen und Patienten stärken. Welche Angebote bieten Apothekerkammern an, um Apotheken dabei zu unterstützen? Die PZ hat nachgefragt und einen Überblick erstellt.
AutorAlexandra Amanatidou
Datum 12.06.2025  16:00 Uhr

Seit 2017 versucht der Bund mit der »Allianz für Gesundheitskompetenz« die Bürgerinnen und Bürger dabei zu unterstützen, relevante Gesundheitsinformationen zu finden, zu verstehen und im Alltag anzuwenden. Auch die ABDA – Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände ist Teil dieser Allianz. Doch gerade mit der Gesundheitskompetenz haben drei von vier Erwachsenen in Deutschland Schwierigkeiten, wie eine repräsentative Studie zeigt.

»Es ist Kernaufgabe auch unseres heilberuflichen Berufsbildes, Gesundheitskompetenz zu fördern«, sagt Ina Lucas, Präsidentin der Apothekerkammer Berlin auf Anfrage der PZ. »Apotheken sind für viele Menschen die erste, barrierearme und niederschwellige Anlaufstelle, wenn es um individuelle pharmazeutische Gesundheitsfragen geht«.

Da stellt sich die Frage: Welche Angebote haben die Apothekerkammern, um die Apothekerinnen und Apotheker bei der Verbesserung der Gesundheitskompetenz der Patienten zu unterstützen? Welche Seminare und Angebote gibt es? Wir haben nachgefragt.

pDL im Apothekenalltag implementieren

Mit der Verabschiedung des Vor-Ort-Apotheken-Stärkungsgesetzes (VOASG) haben Patientinnen und Patienten Anspruch auf pharmazeutische Dienstleistungen in Apotheken. Allerdings wissen die meisten davon nichts.

Die Apothekerkammer Niedersachsen hat deshalb einen Gesundheitspass entwickelt, mit dem Patientinnen und Patienten einen Teil ihrer Gesundheitsversorgung selbst organisieren können. »Die Apotheke übernimmt hier nicht nur die Rolle des Medikamentenversorgers, sondern bietet sichtbar ihre zusätzlichen pharmazeutischen Dienstleistungen (pDL) an«, heißt es in der Mitgliederzeitschrift der Kammer. So entstehe eine langfristige Begleitung, die weit über die Beratung bei der Abgabe von Medikamenten hinausgehe.

Auch das Qualifizierungskonzept ATHINA (Arzneimitteltherapiesicherheit in Apotheken) kann dabei helfen. Das Projekt trägt nicht nur den Namen einer altgriechischen Göttin, sondern zielt mit Patientengesprächen auf ein besseres Therapieverständnis und auf die Eigenverantwortlichkeit der Patienten ab. Ursprünglich wurde ATHINA von der Apothekerkammer Nordrhein entwickelt, mittlerweile wird das Konzept in insgesamt zwölf Apothekerkammern umgesetzt.

Für die Apotheken, die sich immer noch fragen, wie sie loslegen sollen, hat Stefan Göbel, Inhaber der Brücken-Apotheke in Heringen, einen guten Tipp: »Der Punkt ist zu sagen: Ich mache es. Es ist immer der Sprung ins kalte Wasser«, sagte er in dem Online-Workshop von Pharma4u zum Thema »Zukunftskonzept: Rezeptabo aus der öffentlichen Apotheke«. Die Leute in der Apotheke zu integrieren, könne in jeder Apotheke klappen. »Ich glaube, dass alle Apotheken pharmazeutische Dienstleistungen anbieten können, egal ob klein oder groß.«

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