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Punkte im Sichtfeld
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Glaskörpertrübungen oft harmlos

Viele kennen sie: störende kleine Punkte und Wolken im Sichtfeld. Aber sind sie ein Grund zur Sorge? Oder darf man diese sogenannten Glaskörpertrübungen im wahrsten Sinne des Wortes übersehen?
AutorKontaktdpa
Datum 11.10.2024  11:00 Uhr

Nicht jede Trübung stört

Diese Trübungen müssen dabei nicht zwingend stören: »Wenn sie recht nah an der Netzhaut, also quasi an der inneren Tapete des Auges hängen, dann sind die Schatten, die sie werfen, sehr intensiv. Wenn sie weiter weg liegen, verschwimmen sie mehr«, sagt Matthias Pollhammer. Er ist Facharzt für Augenheilkunde und Leiter des Ressorts Ophthalmochirurgie des Berufsverbands der Augenärzte.

Oft stellt sich jedoch ein gewisser Gewöhnungseffekt ein, so der Augenarzt. Unser Gehirn lernt, diese Trübungen zu ignorieren. Bei einigen Menschen allerdings bleibt dieser Effekt aus. »Es gibt sicher auch eine psychische Komponente«, sagt Hans Hoerauf. »Der eine gewöhnt sich an die Glaskörpertrübungen, der andere wird darüber fast depressiv.« Zur Herausforderung kann das für Menschen in bestimmten Berufen werden. »Wenn man ständig ins Mikroskop schauen muss oder als technischer Zeichner immer weißes Papier vor Augen hat, dann können Trübungen schon sehr stören.«

Prävention ist nicht möglich

Wer nun hofft, mit Hausmittelchen oder einer guten Lebensführung den Glaskörpertrübungen vorbeugen zu können, muss sich leider enttäuschen lassen: »Es gibt keine Zusammenhänge mit irgendwelchen Ernährungsgewohnheiten, UV-Einstrahlung oder anderen, veränderbaren Faktoren«, sagt Matthias Pollhammer.

Auch die Hoffnung, die Trübungen könnten wie von Zauberhand einfach wieder verschwinden, ist vergeblich. »Mouches volantes« können sich zwar verändern, sich aber eben nicht auflösen.

Wann zum Arzt?

Immerhin: In der Regel darf man davon ausgehen, dass die Glaskörpertrübungen harmlos sind und kein Handeln erfordern. Treten sie jedoch besonders plötzlich oder gehäuft auf oder gehen mit Lichtblitzen einher, empfiehlt sich der Gang zum Augenarzt oder zur Augenärztin. »Dann sollte man andere Ursachen unbedingt abklären bzw. ausschließen«, sagt Matthias Pollhammer. »Entzündungsprozesse können beispielsweise Zellen und andere Partikel in den Glaskörper freisetzen und so Trübungen verursachen.«

Auch andere ernsthafte Erkrankungen gilt es auszuschließen, wie eine Netzhautablösung oder eine diabetische Retinopathie, eine durch Diabetes verursachte Augenerkrankung. Nicht zuletzt sind ab dem 40. Lebensjahr regelmäßige Augenuntersuchungen ohnehin empfehlenswert, um die klassischen Alterskrankheiten früh zu entdecken.

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