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Nahrungsergänzung im Winter
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Im Zweifel täglich ein bisschen Vitamin D

Um Vitamin D kursiert vor allem in den sozialen Medien enorm viel Halbwissen – und auch Unsicherheit: Ist ein Vitamin-D-Mangel schuld an der winterlichen Müdigkeit? Muss mit Nahrungsergänzungsmitteln supplementiert werden? Wenn ja: Welches Präparat, welche Dosierung und wie häufig? Und kann die Einnahme sogar schädlich sein? Ein Experte klärt auf.
AutorKontaktKatja Egermeier
Datum 03.12.2025  16:00 Uhr

Privat-Dozent Dr. Stephan Scharla, Facharzt für Innere Medizin, Endokrinologie und Diabetologie in Bad Reichenhall, hat sich im Rahmen einer Online-Pressekonferenz der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie (DGE) unter anderem der Frage gewidmet, wie sinnvoll es aktuell für verschiedene Personengruppen ist, Vitamin D als Nahrungsergänzungsmittel einzunehmen.

Es gibt mehrere Risikogruppen, denen die Einnahme eindeutig zu empfehlen ist – denn laut Scharla reiche »eine gesunde Lebensweise hier einfach nicht aus«. Dazu gehören:

  • Säuglinge zur Rachitis-Prophylaxe
  • Schwangere
  • ältere Menschen, da deren Haut Vitamin D nicht mehr so gut bilden kann
  • Menschen, die sich selten im Freien aufhalten – darunter auch Kinder und Jugendliche
  • Menschen mit dunkler Hautpigmentierung, die in unseren Breitengraden leben
  • Nachtschichtarbeiter
  • Menschen, die aus kulturellen oder religiösen Gründen verhüllende Kleidung tragen
  • Menschen mit Fettaufnahmeproblemen sowie Adipöse und solche, die sich einer Magenbypass-Operation unterzogen haben
  • Menschen mit chronischen Magen-Darm-, Leber- oder Nierenerkrankungen
  • Menschen, die Medikamente einnehmen, die den Vitamin-D-Stoffwechsel beeinträchtigen, wie Antiepileptika, Glucocorticoide oder Zytostatika

Gesunde Erwachsene zwischen 18 und 60 Jahren benötigen aus Sicht des Experten dagegen keine Vitamin-D-Supplementation. Im Normalfall baue ein gesunder Mensch im Sommer einen ausreichenden Speicher auf, von dem er im Winter zehre. Die niedrigsten Vitamin-D-Spiegel werden typischerweise im Februar oder März erreicht – denn dann ist das Depot aufgebraucht.

»Es ist zudem gar nicht sicher, ob niedrige Vitamin-D-Spiegel im Winter überhaupt eine krankhafte Bedeutung haben«, erklärte Scharla. Untersuchungen zeigten, dass gesunde Erwachsene im Sommer rund 1 Prozent Knochenmineral aufbauen und im Winter wieder 1 Prozent verlieren.

Wer jedoch Zweifel hat, könne im Winter bedenkenlos ein Supplement in der empfohlenen Dosierung von etwa 25 µg (1000 I. E.) täglich einnehmen, so Scharla: »Das schadet nicht, kostet nicht viel und man kann sich sicherlich etwas Gutes tun.«

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