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HPV
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Impfschutz vor Krebs bewiesen

Seit 16 Jahren gibt es die HPV-Impfung. Erste große Studien konnten ihre Wirkung gegen Krebsvorstufen und Tumoren am Gebärmutterhals eindeutig belegen. Einen ähnlichen Effekt erwarten Experten auch bei anderen HPV-assoziierten Tumoren. Der wissenschaftliche Nachweis steht noch aus, was an der langen Entwicklungszeit der Erkrankungen liegt.
AutorKontaktCarina Steyer
Datum 07.08.2023  11:30 Uhr

Wirkung erwiesen

In Deutschland sind die Impfquoten bei Mädchen und Jungen mit etwa 50 Prozent im Vergleich zu anderen Ländern niedrig, obwohl aus wissenschaftlicher Sicht keine Bedenken gegenüber der Impfung mehr bestehen. Es gilt als erwiesen, dass die HPV-Impfung die Bildung von Krebsvorstufen am Gebärmutterhals verhindert. Diese treten etwa drei bis sechs Jahre nach einer Infektion auf und sind für die Entwicklung von Gebärmutterhalskrebs zwingend notwendig.

In den letzten Jahren konnte mit zwei großen Studien aus Schweden und Großbritannien belegt werden, dass die seit 2006 in Europa zugelassene HPV-Impfung auch Gebärmutterhalskrebs verhindern kann. In die schwedische Studie wurden mehr als 1,5 Millionen Mädchen und Frauen zwischen 10 und 30 Jahren eingeschlossen.

Dabei zeigte sich, dass Frauen, die im Alter von 17 Jahren gegen HPV geimpft wurden, ein um 88 Prozent geringeres Risiko für Gebärmutterhalskrebs tragen als nicht geimpfte Frauen. Durch die britische Studie wurde zudem deutlich, dass die Risikoreduktion umso größer ist, je jünger die Mädchen zum Zeitpunkt der Impfung sind. Während die Reduktion in der Gruppe der 12- bis 13-Jährigen bei 87 Prozent lag, waren es in der Gruppe der 14- bis 16-Jährigen 62 Prozent und der Gruppe der 16- bis 18-Jährigen nur mehr 34 Prozent.

Aufgrund der guten Zahlen hat die Weltgesundheitsorganisation WHO im November 2020 die Eliminierung des Zervixkarzinoms durch den Aufbau einer Bevölkerungsimmunität bis zum Jahr 2030 zum Impfziel erklärt. In Australien, wo Impfquoten von etwa 80 Prozent erreicht werden, gehen Modellrechnungen davon aus, dass die jährliche Inzidenz des Gebärmutterhalskrebses bis 2066 auf weniger als eine auf 100.000 Frauen zurückgehen könnte, wenn die Impfquoten weiterhin hoch bleiben. Die Mortalität könnte Schätzungen zufolge auf weniger als einen Todesfall pro 100.000 Frauen bis 2034 sinken.

Nicht vergessen werden darf jedoch, dass trotz Impfung ein geringes Restrisiko bleibt, an Gebärmutterhalskrebs zu erkranken. Auch geimpfte Frauen sollten deshalb regelmäßig die empfohlenen Früherkennungsuntersuchungen wahrnehmen.

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