| Katja Egermeier |
| 07.01.2026 16:00 Uhr |
Für den traditionellen Gebrauch kann der Ingwer jetzt mit fünf Indikationen aufwarten. / © Getty Images/manusapon kasosod
Ingwer ist eine antiemetisch, karminativ und antiphlogistisch wirkende Scharfstoffdroge, die weltweit verbreitet ist und schon vor fast zweitausend Jahren als erwärmend, verdauungsfördernd, magenstärkend und milde den Stuhl anregend galt.
Das allein ist jedoch noch nicht Grund dafür, dass Ingwer zur Arzneipflanze des Jahres erhoben wurde. Vielmehr war auch eine grundsätzliche Neubewertung durch den Ausschuss für pflanzliche Arzneimittel (HMPC) der Europäischen Arzneimittelagentur EMA ausschlaggebend. So werden in der aktualisierten HMPC-Monographie von 2025 nun fünf Indikatoren für den traditionellen Gebrauch genannt. Neu sind die letzten drei Anwendungsgebiete:
Die beste Datenlage besteht laut Studienkreis für gastrointestinale Effekte, Schwangerschaftsübelkeit und als Adjuvans bei Chemotherapie-induzierter Übelkeit. Bei der Reisekrankheit dagegen sei die Datenlage nicht einheitlich. Als problematisch gelten die Qualitätsunterschiede der Nahrungsergänzungsmittel mit Ingwer: Eine Untersuchung habe ergeben, dass der Gehalt an Gingerol, dem Hauptvertreter der nicht flüchtigen Scharfstoffe, zwischen 0,0 und 9,42 mg pro Gramm schwankt und die in vielen Produkten gefundenen Shogaol-Gehalte auf unsachgemäße Lagerung oder Verarbeitung hindeuten. Shogaole schmecken schärfer und bilden sich erst während der Lagerung durch Wasserabspaltung aus den Gingerolen.
Häufige unerwünschte Nebenwirkungen sind gastrointestinale Beschwerden wie Magenverstimmung, Aufstoßen, Dyspepsie, Sodbrennen und Übelkeit. Auch Überempfindlichkeitsreaktionen sind möglich. Bei Gallenleiden sollten Ingwerprodukte nur nach Rücksprache mit einem Arzt angewendet werden, da Ingwer leicht galletreibend wirkt. Wechselwirkungen sind keine bekannt. Kindern unter sechs Jahren sollten keine Ingwerpräparate verabreicht werden. Auch während Schwangerschaft und Stillzeit sollte auf eine Einnahme verzichtet werden beziehungsweise Rücksprache mit der Ärztin oder dem Art gehalten werden.