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Phytopharmazie
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Johanniskraut, Ginkgo und Lavendel – was gilt für die Beratung?

Psychische Beschwerden und Schlafstörungen gehen oft Hand in Hand. Im Anfangsstadium können dabei pflanzliche Arzneimittel gute Dienste leisten. Auch wenn die Wirkweise ihrer Extraktkomponenten nicht bis ins Detail aufgeklärt ist, gelten Auszüge aus Johanniskraut, Ginkgo und Lavendel als gut geprüfte Phytopharmaka.
AutorKontaktElke Wolf
Datum 25.03.2025  16:00 Uhr

Lavendel bessert Reizfilter

Nicht nur Kognitionsabbau, sondern auch Schlafstörungen betreffen häufig betagte Menschen. Auch hier könne mit Phytopharmaka gegengesteuert werden, erklärte Professor Dr. Hans-Peter Volz, selbstständiger forensisch-psychiatrischer Gutachter in Würzburg, bei der gleichen Veranstaltung.

Gestörter Schlaf sei dabei meist ein Symptom einer anderen Erkrankung und trete nur selten isoliert auf. Zu den Hauptursachen zählten Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Schmerzen, psychiatrische oder neurologische Erkrankungen, Lungenerkrankungen und Adipositas. »Psychiatrische Erkrankungen sind der Hauptteil des Kuchens«, betonte der Arzt, darunter fallen vor allem Depressionen und Angststörungen.

Neben der Behandlung der Grunderkrankung und einer guten Schlafhygiene könnten beispielsweise Phytopharmaka den Schlaf fördern. Bei angstbedingten Schlafstörungen sei beispielsweise Arzneilavendelöl wie Silexan® in Lasea® indiziert, so Volz. Silexan besitzt einen extrem hohen Gehalt an Linalool und Linalylacetat von rund 80 Prozent.

Für die anxiolytische Wirksamkeit macht man den modulierenden Effekt auf Calciumkanäle verantwortlich. Dadurch soll das Neurotransmittergleichgewicht wiederhergestellt werden. Die Lavendelöl-Zubereitung drosselt den Einstrom von Calciumionen in Nervenendigungen. Das bremst die Ausschüttung erregender Neurotransmitter wie Noradrenalin und Serotonin, weshalb sich die natürliche Reizfilterfunktion zwischen den Neuronen bei der Informationsweitergabe verbessern soll.

Ist die Schlafstörung dagegen depressionsbedingt, sei ein Johanniskraut-haltiges Präparat vorzuziehen, riet Volz. In diesem Fall müsse allerdings das Interaktionspotenzial beachtet werden (siehe Kasten).

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