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Psychopharmaka
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Keine Furcht vor Medikamenten

Weltweit zählen Depressionen, Angststörungen oder Psychosen zu den häufigsten Erkrankungen. Dank Psychopharmaka können viele Betroffene wieder ein selbstständiges Leben führen. Doch keine andere medikamentöse Therapie ist mit so vielen Vorbehalten und Ängsten behaftet. Die PTA braucht für die Beratung der Patienten daher nicht nur Einfühlungsvermögen, sondern vor allem fachliche Kompetenz.
AutorKontaktChristina Brunner
Datum 09.06.2023  15:00 Uhr

Einnahme dauerhaft

Die Schizophrenie ist für viele Menschen der Inbegriff einer psychiatrischen Erkrankung. Betroffene können während einer akuten Phase nicht zwischen Wahn und Realität unterscheiden. Der Realitätsverlust wird als Psychose bezeichnet. Die Ursachen der Schizophrenie sind multifaktoriell, ein Zuviel des Neurotransmitters Dopamin ist am krankhaften Geschehen beteiligt. Neuroleptika blockieren Dopaminrezeptoren. Sie kommen nicht nur bei Schizophrenie, sondern auch bei Demenz mit Verwirrtheit und starker Unruhe zum Einsatz. Es gibt typische und atypische Neuroleptika. Typische (ältere) Wirkstoffe sind zum Beispiel Haloperidol (Haldol®), Melperon, Pipamperon (Dipiperon®) oder Fluspirilen (Imap®). Sie haben unterschiedlich stark ausgeprägte antipsychotische und sedierende Eigenschaften. Da die Wirkstoffe auf den Dopamin-Stoffwechsel Einfluss nehmen, können besonders bei den typischen Neuroleptika extrapyramidal-motorische Nebenwirkungen auftreten, die sich in unwillkürlichen Bewegungen und krampfhaftem Anspannen von Muskeln äußern.

Bei den atypischen Neuroleptika wie Sulpirid (Dogmatil®), Clozapin (Leponex®) Olanzapin (Zyprexa®), Quetiapin (Seroquel®), Risperidon oder Aripiprazol (Abilify®) treten Dyskinesien seltener und mit geringerer Symptomatik auf. Zu den weiteren Nebenwirkungen zählen Benommenheit, eine deutliche Gewichtszunahme mit einem erhöhten Risiko für eine Glucoseintoleranz bis hin zum Typ-2-Diabetes, Blutbildveränderungen sowie Leber- und Nierenfunktionsstörungen. Da die Behandlung mehrere Jahre oder zur Rezidivprophylaxe sogar lebenslang erhalten werden muss, ist die engmaschige ärztliche Kontrolle der Patienten wichtig. Im Hinblick auf die Compliance können Depotspritzen (Fluanxol® Depot, Imap®), deren Wirkung mehrere Wochen anhält, eine Alternative darstellen.

Bei manisch-depressiven Erkrankungen, Schizophrenie und schweren Depressionen wirken stimmungsstabilisierende Arzneistoffe erneuten Schüben entgegen. Ihr Angriffspunkt sind Ionenkanäle an den Synapsen zwischen den Nervenzellen. Lithiumsalze (Hypnorex®, Quilonum®) und manche Antiepileptika wie Carbamazepin (Tegretal®), Lamotrigin oder Valproinsäure (Ergenyl®) zählen zu diesen sogenannten Phasenprophylaktika.

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