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Unterwegs und im Alltag
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Klaustrophobie – Angst vor engen Räumen erkennen und bewältigen

Im Fahrstuhl, in fensterlosen Räumen oder auf beengter Bahnfahrt: Klaustrophobie – die Angst vor beengten Räumen – ist besonders unterwegs herausfordernd. Was helfen kann, akut und langfristig.
AutorKontaktdpa
Datum 14.01.2026  16:00 Uhr

Ganz schön voll die U-Bahn, und so stickig! Und sie wird doch jetzt nicht im Tunnel stehenbleiben? Wo andere Menschen einfach zehn oder zwanzig Minuten gedankenlos ausharren, vielleicht lesen, auf dem Handy spielen oder nur ein wenig ausruhen, wird es für Menschen mit Klaustrophobie sprichwörtlich eng: Aus dem anfänglichen Unbehagen entwickelt sich bei einigen sogar eine ausgewachsene Panikattacke.

Die Symptome reichen vom trockenen Mund, über Schwindel, Herzrasen und Schweißausbrüche bis hin zu Atemnot oder zur Angst, ohnmächtig zu werden. Klaustrophobie – manchmal als Raumangst bezeichnet – gehört zu den sogenannten spezifischen Phobien. Konkret bezeichnet sie die subjektive Furcht vor beengenden Räumen ohne Fluchtmöglichkeiten.

Die Phobie kann sich besonders unterwegs in vielen Situationen zeigen: im Fahrstuhl, im Flugzeug, im Hotelzimmer, beim Besuch einer Höhle oder in engen Gängen oder Gassen. Aber auch das Gedränge in vollen Bahnhöfen kann klaustrophobische Gefühle auslösen.

Ursachen der Klaustrophobie

Wie viele Menschen weltweit von Klaustrophobie betroffen sind, lässt sich nur schwer beziffern. Schätzungen zufolge sind rund ein bis 5 Prozent der Menschen betroffen, je nach Abgrenzung auch mehr. Der Übergang von starkem Unbehagen zu einer behandlungsbedürftigen Angststörung ist dabei fließend.

Auch die Ursachen sind divers. »Bei der Entstehung einer spezifischen Phobie wie der Klaustrophobie spielen viele Faktoren eine Rolle, von der genetischen Veranlagung bis zu frühkindlichen Prägungen und traumatischen Erlebnissen«, sagt Tobias Freyer, Ärztlicher Direktor der Oberberg Parkklinik Wiesbaden Schlangenbad. »Oft treten Phobien auch in Kombination mit Depressionen auf«, so der Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie.

Auffällig zudem: »Die Krankheit hat im weitesten Sinne oft auch mit einem erhöhten Kontrollbedürfnis zu tun«, so Miriam Schiele, leitende Psychologin der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie am Universitätsklinikum Freiburg. So können viele Betroffene selbst im Auto durch einen Tunnel fahren, wischen sich aber nach wenigen Minuten den Angstschweiß von der Stirn, wenn sie Beifahrer sind.

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