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Pharmazeutische Betreuung
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Mehr Diabetes, mehr Beratungsbedarf

Lieferschwierigkeiten, die Marktrücknahmen diverser Insuline, Anwendungsfehler von Inkretin-Analoga und anderen neuen Arzneistoffen wie etwa dem »Wochen-Insulin«: Menschen mit Diabetes benötigen derzeit eine besonders intensive Beratung in der Apotheke.
AutorKontaktElke Wolf
Datum 24.04.2025  08:30 Uhr

Rechtzeitig umstellen

Auch die Marktrücknahmen vor allem der Insuline von Novo Nordisk bringen derzeit erhöhten Beratungsbedarf mit sich. »Deshalb sollten wir spätestens jetzt notwendige Maßnahmen für eine kontinuierliche Versorgung und Umstellung treffen, um Unsicherheiten vorzubeugen.« Betroffen sind hauptsächlich – aber nicht nur – die Humaninsuline (siehe Tabelle). »Noch wird es direkte Alternativen der Firma Lilly geben. Aber auch hier wird erst die Zukunft zeigen, ob die Alternativpräparate auf dem Markt bleiben.«

Direkte Alternative Mögliche Umstellungen
Levemir®: Insulin detemir ---- Insulin glargin U 100, U 300, Insulin degludec
Fiasp® Pumpcart Fiasp® Durchstechflasche, Pen-Patrone Novorapid® Pumpcart
Actrapid®: Insulin human Huminsulin® Normal, Berlinsulin® H Normal Insulin aspart, Insulin lispro, Insulin glulisin, (kein Spritz-Ess-Abstand)
Protaphane®: Insulin human verzögert Huminsulin® Basal, Berlinsulin® H Basal Insulin glargin U 100, U 300, Insulin degludec, Insulin icodec (kein Schwenken des Pens)
Actraphane® 30 Huminsulin Profil III, Berlinsulin® H 30/70 NovoMix® 30
Actraphane® 50 ---- Humalog® Mix50, Liprolog® Mix50
Marktrücknahmen von Insulinen und ihre möglichen Alternativen (nach Dr. Helga Auer-Kletzmayr)

So laufen ab dem zweiten Quartal 2025 die langwirkenden Basalinsuline Insulin detemir (Levemir®) und das NPH-verzögerte Humaninsulin Protaphane® aus. Die kurzwirksamen Humaninsuline (Actrapid®) und Mischinsuline (Actraphane®) sollen ab dem ersten Quartal 2026 eingestellt werden. Betroffen ist auch die Darreichungsform Fiasp PumpCart® mit dem Insulin-Analogon »fast acting Insulin aspart«, alle anderen Darreichungsformen von Fiasp® bleiben jedoch erhalten.

Auer-Kletzmayr bedauerte besonders das Auslaufen von Insulin detemir (Levemir). »Es ist das einzige Basalinsulinanalogon, das zweimal täglich gespritzt wird. Das gibt Sportlern oder Schichtarbeitern eine gewisse Flexibilität. Jetzt müssen sie auf Insulin glargin oder degludec umstellen, das aber nur einmal am Tag appliziert werden kann.«

Für Patienten, die bislang Humaninsuline erhalten, können Insulin-Analoga eine Alternative sein. »Diese bieten Vorteile wie eine schnellere oder verlängerte Wirkung und eine geringere Gefahr für Unterzuckerungen«, sagte die Apothekerin. Dennoch bedeute eine Umstellung immer einen Zusatzaufwand und müsse eng durch das Behandlungsteam begleitet werden. »Die Dosierungen müssen sorgfältig angepasst werden und Beratung ist wichtig, um die Handhabung neuer Insulinpens oder spezifische Eigenschaften der Analoga zu verstehen.«

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