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Mehr Jüngere mit Darmkrebs

Die Zahl der Darmkrebsfälle bei Jüngeren steigt an, hierzulande aber weniger deutlich als in den USA. Für eine Absenkung des Screening-Alters sehen Experten aber keinen ausreichenden Grund.
AutorKontaktdpa
Datum 24.06.2026  10:00 Uhr

In Deutschland steigt aktuellen Daten zufolge die Zahl der Darmkrebsfälle bei jüngeren Menschen – aber weniger deutlich als in den USA. Betroffen ist vor allem die Gruppe der 20- bis 39-Jährigen und darunter die 20– bis 29-Jährigen, wie ein Forschungsteam im »International Journal of Cancer« berichtet. Ein Großteil des Anstiegs entfalle auf Formen mit vergleichsweise guter Prognose wie kleine oder weniger aggressive Tumore. Eine mögliche Senkung des Alters für das Darmkrebs-Screening – aktuell ab 50 Jahren – erscheine derzeit nicht gerechtfertigt.

Experten wie Thomas Seufferlein vom Universitätsklinikum Ulm, die selbst nicht an der Auswertung beteiligt waren, schließen sich dieser Einschätzung an. »Wir müssen allerdings die Daten im Blick behalten, um Screeningprogramme rechtzeitig anzupassen.« Auch Christian Pox vom St. Joseph-Stift Bremen hält eine Änderung derzeit für unnötig und warnt vor einer verringerten Effektivität des Programms bei gleichzeitig höheren Kosten. »Ein viel größerer Effekt könnte erreicht werden, wenn die Teilnahmerate an der gesetzlichen Krebsfrüherkennung bei den Berechtigten von 50 Jahren und älter gesteigert werden würde.«

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