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Hexenhaare am Kinn
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Nicht immer ist Zupfen erlaubt

Einzelne, drahtige Haare am Kinn oder Hals: Viele Frauen kennen sie. Unmöglich, die Finger davon zu lassen. Doch nicht immer kann man die Haare bedenkenlos rausrupfen.
AutorKontaktdpa
Datum 10.12.2024  10:00 Uhr

Am Kinn, rund um den Mund oder am Hals lässt sich ein Stoppel ertasten: Das eine Haar ist wieder da. Für viele Frauen ein Fall für die Pinzette. Die eine stört das Haar optisch, die andere kennt sich selbst und weiß: Wenn das Haar bleibt, werde ich die Finger nicht davon lassen.

Doch warum sprießen diese einzelnen Haare eigentlich, die oft drahtig und dunkel sind? Der Kölner Dermatologin Uta Schlossberger zufolge sind die Hormone dafür verantwortlich. Konkreter gesagt: die Geschlechtshormone Östrogen und Testosteron. Verändert sich ihr Zusammenspiel, können sich auf einmal einzelne Haare zeigen, wo vorher keine waren. Etwa im Zuge einer Schwangerschaft oder auch rund um die Wechseljahre. »In der Menopause etwa geht das Östrogen zurück, das Testosteron gewinnt etwas mehr Oberhand. Und das wirkt sich aufs Haarwachstum aus«, sagt Schlossberger.

Haben Frauen vergleichsweise viele Körperhaare, deutet das auf einen Überschuss an Testosteron und einen Mangel an Östrogen in ihrem Körper hin. Das kann sich auch in Form von drahtigen Haaren im Gesicht oder am Hals zeigen.

Zupfen zerstört nicht die Haarwurzel

Einmal gezupft, kommen die einzelnen Haare immer wieder. »Das liegt daran, dass man dabei nicht die Haarwurzel zerstört. Die bleibt drin und das Härchen wächst nach«, sagt Uta Schlossberger. Wer sich dauerhaft davon verabschieden will, kommt um das Thema Lasern nicht herum. Das funktioniert allerdings nicht bei hellen Haaren, sagt die Dermatologin. Nur bei dunklen Haaren wirkt der Laser auf die Haarwurzel ein und es entsteht Wärme, die sie zerstört.

Mit einer Pinzette ist das Haar schnell herausgezupft. Die sollte aber sauber sein, um Infektionen zu vermeiden. »Eine schöne Alternative ist auch das Threading, also die Haarentfernung mit einem Faden«, sagt Uta Schlossberger. Ein Verfahren, das im Nahen Osten und in Südasien verbreitet ist.

Mit Wachs würde die Dermatologin die Haare allerdings eher nicht entfernen. »Das kann zu Entzündungen führen, es ist eine große Reizung der Haut.« Und auch, wer ständig mit den Fingern am Haar zugange ist, muss mit Hautreizungen rechnen.

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