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Unkomplizierte Harnwegsinfekte
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Nitrofurantoin überzeugt in Vergleichsstudie

Unkomplizierte Harnwegsinfektionen (HWI) sind in den meisten Fällen durch Escherichia coli verursacht. Oft werden sie durch die kurzzeitige Gabe eines Antibiotikums behandelt. Eine Studie verglich nun verschiedene Wirkstoffe.
AutorKontaktPZ
Datum 19.05.2026  16:00 Uhr

Internationale Leitlinien, darunter auch die deutsche S3-Leitlinie, nennen Nitrofurantoin, Fosfomycin und teilweise Pivmecillinam als Wirkstoffe der ersten Wahl – ohne Präfarenz eines bestimmten Antibiotikums. Bislang fehlten direkte Vergleichsdaten der drei Erstlinientherapeutika.

Vor diesem Hintergrund führte ein Team um Dr. Carl Llor vom Institute for Primary Health Care Research Jordi Gol i Gurina in Barcelona, Spanien, eine randomisierte, offene, multizentrische Phase-IV-Studie durch. Die Ergebnisse wurden im Fachjournal »The Lancet« publiziert.

Eingeschlossen waren erwachsene Frauen mit unkomplizierter HWI, die entweder einmal 3 g Fosfomycin (n = 191), zweimal 3 g Fosfomycin im Abstand von 24 Stunden (n = 194), dreimal täglich 100 mg Nitrofurantoin für drei Tage (n = 190) oder dreimal täglich 400 mg Pivmecillinam für drei Tage (n = 193) erhielten. Primärer Endpunkt der Studie war Symptomfreiheit an Tag 7.

In Bezug auf die Wirksamkeit fanden die Forschenden folgendes Ranking:

  • In der Nitrofurantoin-Gruppe wurde der primäre Endpunkt bei 128 von 172 Patientinnen (74 Prozent) erreicht.
  • Den zweiten Platz sicherte sich Pivmecillinam mit 127 von 182 Patientinnen, die den primären Endpunkt erreichten (70 Prozent).
  • Mit Fosfomycin wurde der primäre Endpunkt in der Doppeldosis-Gruppe bei 122 von 181 Patientinnen (70 Prozent) und in der Einzeldosis-Gruppe bei 109 von 185 Patientinnen (59 Prozent) erreicht.

Unerwünschte Arzneimittelwirkungen (UAW) traten unter Nitrofurantoin bei 26,8 Prozent, unter Pivemcillinam bei 21,2 Prozent, unter zwei Dosen Fosfomycin bei 26,3 Prozent und bei Fosfomycin-Einmalgabe bei 19,9 Prozent der Frauen auf. Die meisten Nebenwirkungen waren mild, selbstlimitierend und betrafen den Magen-Darm-Trakt. Schwerwiegende UAW gab es vier, davon eine Nierenbeckenentzündung (Pyelonephritis) in der Pivmecillinam-Gruppe. 

Das Autorenteam folgert aus diesen Ergebnissen, dass die Rolle von Fosfomycin als Antibiotikum der ersten Wahl bei HWI überdacht werden sollte, da die Einzeldosis dieses Wirkstoffs in der Untersuchung am wenigsten wirksam war. Bei insgesamt guter Verträglichkeit habe Nitrofurantoin am meisten überzeugt.

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