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Apothekenleitung
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PTA-Vertretung zurück in der Diskussion

Beim Deutschen Apothekertag in Düsseldorf stellte Bundesgesundheitsministerin Nina Warken heute die Eckpunkte einer Apothekenreform vor. Ein Streitpunkt: PTA sollen begrenzte Vertretungsmöglichkeiten bekommen.
AutorKontaktDaniela Hüttemann
Datum 16.09.2025  16:26 Uhr
Honorarerhöhung frühestens kommendes Jahr

Honorarerhöhung frühestens kommendes Jahr

Im wohl wichtigsten Punkt enttäuschte Warken die Apothekerschaft. Die Anhebung des Packungshonorars auf 9,50 Euro sei angesichts der Haushaltslage des Bundes und der Krankenkassen erst einmal nicht möglich. Erst müssten die GKV-Finanzen stabilisiert werden. Für dieses Jahr schloss sie eine Erhöhung aus. Eine Apothekenreform will sie jedoch noch dieses Jahr angehen. Darin soll es eine deutliche Anhebung des Nacht- und Notdienstes , finanziert aus dem Topf für pharmazeutische Dienstleistungen. Apotheken sollen wieder Skonti mit Großhändlern aushandeln können. Nullretaxationen aufgrund von formalen Gründen sollen ausgeschlossen werden.

Weitere Punkte sind:

  • Die Apotheken sollen erweiterte Austauschmöglichkeiten bekommen, um die Patienten besser versorgen zu können. 
  • Sie sollen ihre Öffnungszeiten selbst bestimmen können.
  • Es soll Anreize geben und Hürden abgebaut werden, um mehr Zweigapotheken in unterversorgten Gebieten öffnen zu können.
  • Die Rezeptur soll in Filialverbünden auch zentralisiert werden können.
  • Apotheker sollen mehr Impfmöglichkeiten bekommen.
  • Apotheken sollen mehr in die Prävention eingebunden werden, zum Beispiel ins Screening von Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
  • Die pharmazeutischen Dienstleistungen (pDL) sollen ausgebaut und perspektivisch direkt abgerechnet werden.
  • Bei Chronikern mit Langzeitmedikation sollen Apotheker in dringenden Fällen die Dauermedikamente auch ohne Rezept in begrenztem Umfang abgeben dürfen.
  • Bei Bagatellerkrankungen wie einem Gerstenkorn oder einer Blasenentzündung sollen Apotheker ebenfalls ohne Rezept auch verschreibungspflichtige Arzneimittel abgeben dürfen.
  • Die Zusammenarbeit zwischen Apotheker und Ärzten soll verbesserte werden. Ärzte sollen auch pDL verordnen können.
  • Verstöße des Versandhandels  in Bezug auf die Arzneimittelpreisverordnung  und die Umsetzung von Kühlpflichten sollen stärker geprüft werden.
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