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Wieder besser schlafen
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Schlafapnoe im Griff

Lange genug geschlafen und dennoch müde? Dahinter können mitunter Atemaussetzer im Schlaf stecken. Oft bleibt eine obstruktive Schlafapnoe jedoch unbemerkt – mit vielen negativen Folgen für die Gesundheit.
AutorKontaktJudith Schmitz
Datum 11.09.2025  08:00 Uhr

Atemaussetzer im Schlaf

Bei der Schlafapnoe setzt die Atmung während des Schlafs wiederholt aus, meist zwischen 10 (eher Jüngere) und 30 Sekunden (eher Ältere). Diese Atempausen können fünf- bis mehr als hundertmal pro Stunde eintreten. Der Betroffene wird dabei kurz wach, hat jedoch später keine Erinnerung daran. Diese sogenannten Schlafapnoe-Episoden unterbrechen den natürlichen Schlafrhythmus, wodurch der Schlaf leicht und weniger erholsam wird.

Bei den meisten Patienten tritt eine obstruktive Schlafapnoe (OSA) auf, bei der die oberen Atemwege im Schlaf blockiert sind. Die Aktivität bestimmter Nerven, die normalerweise die Muskulatur im Rachen aktivieren, lässt nach; nun erschlaffen die Muskeln, insbesondere die Zungenmuskulatur und die des weichen Gaumens. Die Muskeln fallen zusammen, verengen und versperren schließlich vor allem bei Rückenschläfern und im Traumschlaf die Atemwege. Das führt zu einem Sauerstoffmangel und einem Anstieg des Kohlendioxidgehalts im Blut. Mit dem Alter nimmt die Problematik zu. Eine anatomische Engstellung des Rachens, Übergewicht und ein kleiner Unterkiefer sind weitere begünstigende Faktoren einer OSA.

Eine Vorstufe beziehungsweise ein Symptom der OSA kann Schnarchen sein. »Zum Arzt sollte man auf jeden Fall gehen, wenn man schnarcht, der Schlaf nicht mehr erholsam ist, der Blutdruck nachts nicht absinkt, was man nur durch nächtliches Messen herausfindet, und der Partner oder ein Aufnahmegerät Atemaussetzer feststellt«, so Fietze.

Weitere mögliche Symptome sind nächtliches Aufschrecken zum Ende einer Apnoe als kurzer Weckreiz, der den Atemweg im Rachen wieder öffnet. Das kann mit oder ohne Luftnot und auch mit oder ohne Herzrasen oder Herzstolpern passieren. Auch Zähneknirschen kann als Reaktion auf die Behinderung der Atmung auftreten, denn das Pressen oder Knirschen aktiviert die Mund- und Rachenmuskulatur und erweitert damit den Rachen. Nächtliches Wasserlassen und Schwitzen, morgendliche Kopfschmerzen sowie Tagesschläfrigkeit sind ebenso Anzeichen.

Übrigens: Es gibt noch weitere Apnoeformen wie etwa die sehr seltene zentrale Apnoe. Hier signalisiert das Atemzentrum im Gehirn, nicht zu atmen. Die gemischte Apnoe startet mit einer zentralen Atempause und endet mit einer obstruktiven Atmung und Brustkorbbewegungen bei verschlossenem Atemweg.

Die möglichen Langzeitfolgen von Atemaussetzern und damit verbundenem schlechten Schlaf sind vielfältig und reichen von Potenzproblemen über Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems, Diabetes, Gicht, Schuppenflechte und Niereninsuffizienz hin zu Depressionen und Alzheimerdemenz.

Der Ausprägungsgrad der Schlafapnoe, die Sauerstoffabfälle und die subjektiven Beschwerden bestimmen laut Fietze wesentlich die Therapieentscheidung. Mediziner teilen den Schweregrad einer OSA mit dem Apnoe-Hypopnoe-Index [AHI] anhand der Häufigkeit der Atemaussetzer pro Stunde ein: Ab einem AHI von 5 liegt eine milde, ab einem AHI von 15 eine moderate und ab 30 eine starke OSA vor. Als Voruntersuchung dient dem behandelnden Facharzt die häusliche Messung der Apnoeanzahl und der Sauerstoffabfälle mit einem Polygrafie-Gerät, das der Betroffene sich zum Schlafen anlegt. Je nach Ergebnis untersuchen ihn dann Schlafmediziner weiter in einem Schlaflabor mit einer Polysomnografie, die Atmungsstörungen und deren Auswirkungen auf den Schlaf besser bestimmen kann.

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