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Skinny Fat
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Schlank und dennoch zu dick

Schlank und zugleich zu dick? Das heißt dann »Skinny Fat« oder Normalgewicht-Adipositas. Die Waage zeigt ein geringes Gewicht, aber der Bauch spricht eine andere Sprache und es fehlt insgesamt an Muskulatur. Gesund ist das nicht.
AutorKontaktIsabel Weinert
Datum 16.03.2026  14:00 Uhr

Besonders der Bauch von schlanken Übergewichtigen präsentiert sich schwabbelig, oft auch Hüfte und Oberschenkel. Trotz eines normalen Body-Mass-Index (BMI) ist der Körperfettanteil zu hoch, an Muskeln mangelt es. Dieser Figurtyp ist deshalb ungesund, weil Menschen mit Skinny Fat häufig vermehrt viszerales Fett eingelagert haben, also das Fett, das Entzündungen und Krankheiten wie Typ-2-Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen befördert. Der Endokrinologe und Stoffwechselforscher PD Dr. med. Tim Hollstein sagt: »Diese Menschen haben oft wenig des energieverbrennenden und gesundheitsförderlichen braunen Fetts«. Er weist auf die Adipositasleitlinie hin, die empfiehlt, den BMI nicht mehr als alleinigen Maßstab für die Beurteilung des Körpergewichtes heranzuziehen, sondern auch auf die Waist-to-Height-Ratio zu setzen, mit der sich diejenigen Schlanken ausfindig machen lassen, die viel ungesundes Fett besitzen.

Doch wie entwickeln Menschen diesen Fettverteilungstyp? In erster Linie bildet er sich, wenn Muskelmasse verlorengeht oder nie trainiert wurde, und damit mehr Fett entsteht. Häufig sind Crashdiäten die Ursache, aber auch zu wenig Eiweiß im Essen und eine starke Betonung von Ausdauertraining gegenüber Krafttraining.

Was diesen Menschen hilft?  Zweimal- bis dreimal pro Woche mindestens intensiv die Kraft trainieren, eine eiweißreiche Ernährung, kein größeres Kaloriendefizit, aber auch keinen Überschuss und die Maßnahmen, die braunes Körperfett fördern, also Kälte – etwa durch kalte Duschen, mehr Rohkost und auch scharfes Essen. 

Hollstein: »Wir verpassen viele Leute, die viel viszerales Fett haben trotz eines BMI unter 30«. Umgekehrt gibt es aber neben den wegen des viszeralen Fettes gefährdeten Schlanken auch die gesünderen dickeren Menschen. Laut Hollstein zeichnen sie sich durch einen höheren Anteil braunen Fetts im Körper aus. »Es gab eine gute Untersuchung von Tobias Becher, ehemaliger Kardiologe aus Mannheim, der auch in den USA geforscht hat und sich über 50.000 PET-CT-Bilder daraufhin angeschaut hat, wie viel braunes Fett die Menschen haben, wie dick sie sind und an welchen Krankheiten sie leiden.«

Dabei haben die Forschenden laut Hollstein gesehen, dass die Menschen, die viel braunes Fett haben, weniger Typ-2-Diabetes, weniger Herz-Kreislauf-Erkrankungen und weniger Fettstoffwechselstörungen aufweisen – und dass das auch für diejenigen mit einem BMI von über 30 gilt. Es gebe einen ganz klaren Zusammenhang, so Hollstein: Je mehr braunes Fett desto weniger viszerales Fett, unabhängig vom Körpergewicht.

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