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NSAR 
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Schmerzmittel könnten Risiko für chronische Rückenschmerzen erhöhen

Bei akuten Rückenschmerzen sollen nicht steroidale Antirheumatika (NSAR) die Beschwerden lindern und eine Chronifizierung verhindern. Eine Studie zeigt aber jetzt, dass gerade Letzteres wohl nicht passiert, sondern sogar das Gegenteil eintritt.
AutorKontaktAnnette Rößler
Datum 18.05.2022  16:00 Uhr

Ein aufsehenerregendes Ergebnis

»Was wir hier sagen, ist ziemlich radikal«, räumt denn auch Professor Dr. Jeffrey Mogil, einer der Seniorautoren der Publikation, gegenüber der Nachrichtenseite »STAT« ein. Das renommierte »New England Journal of Medicine« habe die Veröffentlichung der Studie sogar abgelehnt, obwohl die meisten Reviewer dafür waren. Einer der Gutachter habe jedoch geschrieben, er werde nicht »eine jahrzehntelang geübte medizinische Praxis über den Haufen werfen«, bevor die Autorengruppe überzeugendere Evidenz aus einer randomisierten, placebokontrollierten Studie präsentiere.

»Diese Arbeit bedeutet einen Paradigmenwechsel«, sagte Dr. Thomas Buchheit, Schmerzspezialist an der Duke University in Durham, der nicht an der Studie beteiligt war, gegenüber STAT. Schließlich habe man jahrelang »alles, was wehtut, mit Steroidinjektionen oder einem Entzündungshemmer behandelt«.

»Die Studie ist tatsächlich beeindruckend. Die Eindeutigkeit der Ergebnisse ist sogar spektakulär«, sagte Professor Dr. Hans-Hartmut Peter, emeritierter Direktor des Centrums für chronische Immundefizienz am Universitätsklinikum Freiburg und Mitglied der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ), der Zeitung »Die Welt«. Bislang liefere sie allerdings nicht mehr als Laborindizien, die in einer oder mehreren größeren Studien mit Patienten überprüft werden müssten. »Bis dahin gilt auch nach dieser Studie: Die NSAR haben einen solchen Stellenwert in der Medizin, dass ich und meine Kollegen nur sehr schwer auf sie verzichten können«, so Peter.

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