Ist die Wohnung zu groß und der Wunsch nach mehr Gemeinschaft vorhanden, kann eine Wohngemeinschaft eine interessante Möglichkeit sein. Ein Nachteil dieser Wohnform: Das Zusammenleben ist eng und daher nicht immer konfliktfrei. Wohnexperten raten deshalb, vorab gut zu überlegen, ob und wie das Zusammenleben mit Freunden gelingen kann oder ob fremde Mitbewohner die bessere Wahl sind. Sie haben in der Regel weniger Erwartungen an das Zusammenleben und eine Trennung gelingt leichter, wenn das Zusammenleben nicht funktioniert.
Besteht bereits eine Freundschaft, kann ein Scheitern der WG auch das Ende der Freundschaft bedeuten. Entscheiden sich befreundete Menschen dennoch dafür, raten Experten dazu, bereits vorab festzulegen, wie man sich wohnlich wieder trennen kann, wenn das Zusammenleben nicht gelingt. Zudem können WGs bei scheinbar unlösbaren Konflikten Hilfe von außen hinzuziehen. Anlaufstellen sind zum Beispiel die Wohnberatungsstellen.
Mit zunehmendem Alter können körperliche Einschränkungen und Beschwerden die selbstständige Haushaltsführung erschweren. Betreute Wohnformen bieten eine Lösung. Hier bekommen Hilfsbedürftige beides: Unterstützung und Selbstständigkeit. Die Menschen leben in abgeschlossenen, privaten Einheiten, die ebenso wie die Wohnanlage barrierefrei gestaltet sind. Je nach Bedarf können sie Dienstleistungen wie die Verpflegung mit Mahlzeiten, Reinigungs- oder Wäscheservices in Anspruch nehmen, um den Alltag zu erleichtern. Auch Pflegedienste stehen zur Verfügung.
Ein weiterer Vorteil betreuter Wohnformen ist die Einbindung neuer Bewohner in soziale Netzwerkstrukturen und der regelmäßige Kontakt zu anderen Menschen in einer ähnlichen Lebenssituation. Zu den Nachteilen zählt, dass in der Regel vorausgesetzt wird, dass Bewohner ihren Alltag mit der angebotenen Unterstützung allein bewältigen können. Eine schwere Pflegebedürftigkeit oder eine demenzielle Erkrankung können nicht abgedeckt werden, so dass noch einmal ein Umzug anstehen kann.
Wichtig zu wissen: Die Begriffe »Betreutes Wohnen« und »Service-Wohnen« sind nicht gesetzlich definiert. Anbieter können beide Bezeichnungen für viele unterschiedliche Wohn- und Betreuungsangebote verwenden. Deshalb müssen Interessenten jedes Angebot hinsichtlich Leistungen, Preis sowie den eigenen Wünschen und Bedürfnissen genau prüfen.