Wird die Alltagsgestaltung trotz Unterstützung zu beschwerlich, kann der Umzug in eine Senioren- oder Pflegeeinrichtung eine Erleichterung darstellen. Hier sind medizinische und pflegerische Unterstützung ebenso gegeben wie Kontakt- und Freizeitmöglichkeiten. Einige Menschen schätzen die Sicherheit und Entlastung durch die Einrichtungen, andere können die damit verbundenen Einschränkungen der persönlichen Freiheiten, Autonomie und Selbstbestimmung nicht ertragen.
In diesen Fällen können betreute Wohngemeinschaften, die auf eine schwere Pflegebedürftigkeit ausgelegt sind, eine Alternative darstellen. Hier leben meist sechs bis zwölf Menschen mit Betreuungsbedarf, der Haushalt und das Gruppenleben werden von Betreuungskräften organisiert, die Pflegeleistungen übernehmen Pflegekräfte. Zum Konzept zählt, den Tagesrhythmus nicht durch die Pflege, sondern durch Alltagshandlungen zu strukturieren. So lässt sich ein hohes Maß an Alltagsnormalität und Selbstbestimmung auch bei schwerstem Hilfe- und Pflegebedarf erhalten.
Die Bewohner können zum Beispiel selbst über Mahlzeiten, Wohnungseinrichtung und von wem sie Hilfeleistungen bekommen, bestimmen. Das Betreuungspersonal ist in der Lage, mehr Zeit für die Pflege eines jeden Bewohners aufzuwenden und individuelle Bedürfnisse aufzugreifen, als es die Organisation in großen Pflegeeinrichtungen zulässt. Allerdings birgt das enge Zusammenleben auch Risiken. Konflikte bleiben nicht aus und die Bewohner müssen bereit sein, Kompromisse zu finden. Zudem fällt das Beschäftigungsangebot meist geringer aus als in großen stationären Einrichtungen.
Die Broschüre »Länger zuhause leben« des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend bietet eine Checkliste, die hilft, die eigenen Wohnwünsche für das Alter näher einzugrenzen.
Hilfreich kann auch die Projektbörse des FORUM Gemeinschaftliches Wohnen e.V. Bundesvereinigung sein. Sie wurde explizit für Wohnprojekten oder anderen gemeinschaftlichen Wohnformen eingerichtet.