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Typ-1-Diabetes
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So sieht moderne Diabetes-Therapie aus

Insulin rettet Leben, doch die Therapie wandelt sich im Laufe der Zeit. Während etablierte Präparate vom Markt verschwinden, haben neuartige Insuline, Insulinpumpen, Glucosesensoren und Hybrid-Closed-Loop-Systeme den Alltag von Menschen mit Diabetes verändert.
AutorKontaktNicole Schuster
Datum 08.03.2026  13:00 Uhr
So sieht moderne Diabetes-Therapie aus

Die moderne Therapie des Typ-1-Diabetes umfasst heute die Optionen Basal-Bolus-Gabe, Insulinpumpen und Hybrid-Closed-Loop-Systeme. Die konventionelle Basis-Bolus-Therapie (auch intensivierte konventionelle Insulintherapie) kombiniert ein lang wirkendes Basalinsulin (zum Beispiel Glargin-Analoga oder Degludec) mit kurzwirksamen Mahlzeitenboli.

Typisch sind vier bis sechs tägliche Injektionen, also zum Beispiel ein bis zwei Basalgaben plus zu jeder größeren Mahlzeit Bolusinsulin. Durch Blutzucker-Selbstmessung und Anpassung der Bolusdosen an Kohlenhydratmenge und weitere den Blutzucker beeinflussende Faktoren, wie Sport, Menstruationszyklus, Infekte, kann eine gute glykämische Kontrolle erreicht werden.

In den letzten Jahren ist die Insulinpumpentherapie bei Typ‑1-Diabetes immer beliebter geworden. Hier liefert eine Pumpe über einen Katheter kontinuierlich kurzwirksames Insulin und erlaubt Bolusgaben zu den Mahlzeiten. Pumpen ermöglichen sehr flexible Basalraten und eine genauere Anpassung an individuelle Bedürfnisse wie Sport oder Krankheitsphasen. Moderne Systeme können im Vergleich zu penbasierter Therapie zu besseren Blutzuckerwerten (niedrigerem HbA1c, höherer Zeit im Zielbereich) und weniger Hypoglykämien führen.

Ein weiterer Fortschritt sind Hybrid-Closed-Loop-Systeme (»teilautomatisches künstliches Pankreas«). Diese kombinieren die Glucosemessung (CGM) mit einer Insulinpumpe und einem Steuerungsalgorithmus, der die Basalabgabe automatisch reguliert. Studien zeigen, dass solche Systeme die »Time in Range« (TIR) erhöhen, den HbA1C verbessern und Unterzuckerungen im Vergleich zu Standardpumpen oder Basal-Bolus verringern. Sie erleichtern vielen Patienten den Alltag, da die Pumpe automatisch auf gemessene Schwankungen reagiert. Trotzdem ist noch manuelles Eingreifen bei größeren Mahlzeiten oder Sport wichtig, daher spricht man von »Hybrid«-Systemen. Moderne Technologien (Glucosesensoren mit Alarmfunktionen, Hybrid-Closed-Loop-Systeme) reduzieren das Hypoglykämie-Risiko.

Die Patientenedukation, die das Erlernen der Injektionstechnik, des Pen- oder Pumpenhandlings, der Kohlenhydrateinschätzung (BE-/KE-Rechnung), das Selbstmonitoring sowie das Vorgehen bei Krankheit oder Stress einschließt, erfolgt in der Regel durch spezialisiertes Personal. Besonders wichtig ist das für Hilfsmittel wie Insulinpumpen, CGM oder Closed-Loop-Systeme. Das Apothekenteam kann auf Schulungsangebote wie DMP-Programme oder Diabetesberatungen in Praxen und Kliniken hinweisen.

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