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Leitliniengerecht
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So wird Rosazea behandelt

Seit kurzem ist das Upgrade der S2k-Leitlinie »Rosazea« da. Im gleichen Zuge haben die Deutsche Dermatologische Gesellschaft (DDG) und der Berufsverband der Deutschen Dermatologen (BVDD) eine Kurzpräsentation – eine sogenannte Leitlinienimplementierungshilfe – auf den Weg gebracht. Ein Blick auf die aktuellen Therapieempfehlungen.
AutorKontaktChristiane Berg
Datum 18.02.2022  12:00 Uhr

Therapie oft topisch

Ob gefäßverengend, entzündungshemmend oder antimikrobiell: Gleichermaßen, so die beteiligten Experten mit hundertprozentigem Konsens, haben in der topischen Behandlung der Rosazea Metronidazol, Azelainsäure und Ivermectin ihre Berechtigung. Rein symptomatisch kommen bei andauernden Rötungen im Gesicht (Erytheme, Rosacea erythematosa) gefäßverengende Wirkstoffe zum Einsatz: Dafür wird in der Leitlinie Brimonidin (0,33-prozentiges Gel) empfohlen, off label zudem Oxymetazolin als 1-prozentige Creme.

Ist bei therapieresistenten und schweren Formen der durch Papeln und Pusteln gekennzeichneten Rosacea papulopustulosa eine systemische Therapie unumgänglich, so ist laut Leitlinie niedrigdosiertes Doxycyclin Mittel der ersten Wahl. Auch niedrig dosiertes Isotretinoin (0,1–0,3 mg/kg Körpergewicht) sei eine Option. Bei persistierendem Erythem und Flush-Symptomatik könne auch Carvedilol, ein Beta-Blocker, herangezogen werden.

In der Therapie anderer, jedoch gleichermaßen schwerer, therapieresistenter Erscheinungsformen der Rosazea, zum Beispiel Rosacea conglobata oder Rosacea fulminans, könne die Kombination von niedrig dosiertem Doxycyclin und topischen Zubereitungen mit Ivermectin, Metronidazol oder Azelainsäure ins Auge gefasst werden.

Bei Patienten mit Rosazea-bedingten erweiterten oberflächlichen Blutgefäßen (Teleangiektasien) und Erythemen komme als ergänzende Therapieoption oder Therapiealternative eine Lasertherapie oder aber eine Therapie mit einer intensiven gepulsten Lichtquelle (IPL) in Frage. Zur Behandlung eines Rhinophyms könnten sich die ablative Lasertherapie mit CO2- oder Er:YAG-Laser beziehungsweise die operative Korrektur von Phymen mittels Dermabrasion oder Dermashaving als sinnvoll erweisen.

Ob Haut oder Augen: Immer seien psychosoziale Aspekte der Rosazea wie Einschränkung der Lebensqualität, Depressionen und Angst sowie insbesondere soziale Phobien und Stigmatisierungsgefühle zu berücksichtigen und als Behandlungsindikation für die Rosazea mit einzubeziehen.

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