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Weniger ist mehr
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Stäbchen beim Ohrenreinigen tabu

Wenn sich im Gehörgang Ohrenschmalz bildet, wird das oft als unangenehm empfunden. Dabei erfüllt es wichtige Funktionen und sollte nur in speziellen Fällen entfernt werden.
AutorKontaktBarbara Döring
Datum 31.08.2023  15:00 Uhr

Wie sollten Ohren gereinigt werden?

Normalerweise ist das nicht nötig, denn die Ohren reinigen sich selbst. Dafür sind die feinen Flimmerhärchen im Gehörgang rund um die Uhr aktiv und befördern überschüssiges Ohrenschmalz, Hautschuppen und Schmutzpartikel in Richtung Ohrmuschel. Um dieses zu entfernen, reicht es aus, die Ohrmuschel bis zum Gehörgang mit einem feuchten Waschlappen oder Wattepad abzuwischen. Wer mag, der kann auch unter der Dusche etwas warmes Wasser ins Ohr laufen lassen und danach die Ohrmuschel mit einem Handtuch abtrocknen. Seifenlauge oder Shampoo sollte dabei nicht in den Gehörgang gelangen.

Bleibt nach dem Duschen, Baden oder Schwimmen Wasser im Gehörgang zurück, sollte es entfernt werden, damit die Haut nicht aufweicht. Bei Kindern empfiehlt es sich, auch die Haut hinter den Ohren regelmäßig zu reinigen und gut abzutrocknen, um Entzündungen vorzubeugen.

Wie lässt sich Wasser aus dem Gehörgang entfernen?

Manchmal bleibt nach dem Duschen oder Schwimmen Wasser im Ohr zurück, dass nicht gleich wieder aus dem Gehörgang herausfließen will. Es wird nicht nur als unangenehm empfunden, sondern kann auch die Haut aufweichen oder Bakterien beherbergen, die zu Entzündungen führen. Zudem kann das Hörvermögen beeinträchtigt sein. Das Wasser lässt sich am besten entfernen, indem man die flache Hand auf das betroffene Ohr presst und dann wieder loslässt, empfehlen HNO-Ärzte. So entsteht ein Unterdruck, der das Wasser aus dem Gehörgang saugt. Auch den Kopf zur Seite neigen oder hüpfen kann helfen.

Direkt nach dem Kontakt mit Wasser empfiehlt es sich, die Gehörgänge nicht sofort, zum Beispiel mit In-Ear-Kopfhörern, Ohrenstöpseln oder Hörgeräten, zu verschließen, damit sie erst einmal trocknen können und keine Feuchtigkeit zurückbleibt.

Was kann passieren, wenn zu viel Ohrenschmalz gebildet wird?

Wie viel Ohrenschmalz die Drüsen bilden, ist von Mensch zu Mensch verschieden. Im Alter ändert sich zudem die Zusammensetzung des Sekrets, sodass es oft trockener ist und nicht mehr so gut hinausbefördert wird. Das kann auch der Fall sein, wenn Hörgeräte getragen oder häufig In-Ear-Kopfhörer genutzt werden. Bilden die Gehörgangdrüsen übermäßig viel Ohrenschmalz, kann sich ein fester Pfropf bilden, der sich mitunter am Trommelfell festsetzt. Bewegt er sich hin und her, wird er oft als unangenehmer Fremdkörper wahrgenommen.

Betroffene sollten dann einen HNO-Arzt aufsuchen, um den Pfropf entfernen zu lassen. Das eingetrocknete Schmalz kann auch die Ursache sein, wenn das Hörvermögen beeinträchtigt ist. Wird es entfernt, kann sich die Hörleistung um bis zu 10 Dezibel verbessern. Durch den Pfropf droht zudem eine Entzündung des Gehörgangs mit Schmerzen und Juckreiz.

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