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Feigwarzen
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Störend – aber nicht gefährlich

Feigwarzen werden von den Betroffenen meist als störend und hässlich erlebt. Medizinisch betrachtet sind sie allerdings meist relativ harmlos. Kondome reduzieren das Ansteckungsrisiko, schützen jedoch nicht vollständig – den zuverlässigsten Schutz vor den häufigsten verursachenden HPV-Typen bietet die Impfung.
AutorKontaktCarina Steyer
Datum 23.02.2026  10:00 Uhr

Unangenehm, störend – und behandlungsbedürftig

Wie bei allen STI ist auch das Auftreten von Feigwarzen häufig mit Scham- und Angstgefühlen verbunden. Hier können Betroffene jedoch schnell beruhigt werden. Feigwarzen sind meist medizinisch unbedenkliche, harmlose Hautveränderungen, die keine langfristigen gesundheitlichen Auswirkungen haben und auch die Fruchtbarkeit nicht beeinflussen.

Da sie aber von den meisten Patienten als unangenehm und störend empfunden werden, sollten sie behandelt werden. Auch während einer Schwangerschaft raten Experten zur Therapie. Durch die hormonellen Veränderungen können Feigwarzen weiterwachsen und sich noch weiter ausbreiten. Nach der Geburt werden sie wieder kleiner oder bilden sich vollständig zurück.

Die Wahrscheinlichkeit, dass Feigwarzen von der Mutter auf das Kind übertragen werden, ist so gering, dass auf eine vaginale Entbindung nicht verzichtet werden muss. Sollte es zu einer Infektion des Neugeborenen kommen, kann bei ihm neben dem Genitalbereich der Kehlkopf betroffen sein. Hier können sich sogenannte Larynxpapillome (gutartige Tumoren im Bereich des Kehlkopfs und der Stimmbänder) bilden, die meist operativ entfernt werden.

Besteht der Verdacht auf Genitalwarzen, können sich Betroffene an Fachärzte für Haut- und Geschlechtskrankheiten, Gynäkologen oder Urologen wenden. In vielen Städten gibt es zudem Zentren für sexuelle Gesundheit. Wurde der Verdacht bestätigt, raten Experten, auf weitere STI wie Herpes, Syphilis, Chlamydien, Gonorrhoe oder HIV zu testen und alle Sexualpartner der vergangenen sechs Monate zu informieren.

HPV und HIV: Feigwarzen erhöhen Infektionsrisiko

Die Wahrscheinlichkeit, dass es zu einer HPV-Übertragung kommt, ist mit sichtbaren Feigwarzen erhöht. Zudem steigt das Risiko, sich mit HIV zu infizieren. Betroffene sollten deshalb Kondome verwenden, die Weitergabe einer HPV-Infektion können sie dadurch allerdings nicht sicher verhindern. Wie lange nach einer erfolgreichen Therapie Kondome benutzt werden sollen, ist nicht genau bekannt. Experten raten zu mindestens drei Monaten.

Die Therapie der Feigwarzen richtet sich nicht gegen HPV, da die Vireninfektion nicht kausal zu behandeln ist. Das Behandlungsziel ist, die sichtbaren Warzen zu entfernen und Symptome zu beseitigen. Zur Verfügung stehen verschiedene Methoden, über ihren Einsatz entscheidet der behandelnde Arzt. Er richtet sich dabei nach dem Ausmaß der Erkrankung und der betroffenen Stelle sowie den Wünschen des Patienten. Unabhängig vom therapeutischen Vorgehen, treten Feigwarzen bei etwa einem Drittel der Betroffenen nach der Behandlung wieder auf.

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