Viele Menschen fühlen sich zu Jahresbeginn niedergeschlagen, traurig, müde oder antriebslos. Doch warum ist das so? / © Adobe Stock/kues1
»Wissenschaftlich lässt sich nicht fundiert belegen, dass der Januar der depressivste Monat ist«, klärt Professor Rupert Conrad, Direktor der Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie am Universitätsklinikum Münster, auf. Dennoch kann man dem Experten zufolge im Januar von einer Phase »erhöhter psychischer Empfindlichkeit« sprechen.
Verschiedene innere und äußere Faktoren tragen dazu bei, dass sich viele Menschen zu Jahresbeginn niedergeschlagen, traurig oder müde und antriebslos fühlen. Dazu zählen laut Conrad unter anderem:
Wichtig ist immer, zwischen einem vorübergehenden Stimmungstief, bei dem man tageweise mal durchhängt, und einer Depression zu unterscheiden — die eine fachärztliche Diagnose und Behandlung erfordert. Maßgeblich sind laut Professor Conrad dabei Dauer, Intensität und Beeinträchtigung.
Hält das Tief länger als zwei Wochen an, verursacht es starken Leidensdruck, fehlen Freude und Motivation oder kommen Gedanken an Selbstverletzung oder Suizid hinzu, sollte unbedingt professionelle Hilfe in Anspruch genommen werden.
Gegen den typischen Januar-Blues kann man hingegen selbst aktiv werden. Der Mensch lasse sich vor dem Hintergrund seiner Entwicklungsgeschichte als großes Säugetier mit einer gewissen Neigung zum Winterschlaf verstehen, so Conrad. »Jahreszeiten prägen auch unser Leben«, sagt der Klinik-Direktor. Die Akzeptanz und sinnhafte Einordnung dieser Zeit als eine Möglichkeit, Energie zu tanken, kann uns dabei helfen, mit dem Energiemangel besser umzugehen.
Was hilft noch? Der Facharzt empfiehlt zum Beispiel diese Strategien: