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Warum längere Arbeitstage ein Irrweg wären
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Streit um Arbeitszeitgesetz

Die Bundesregierung plant, die tägliche Höchstarbeitszeit zu lockern. Künftig soll diese Grenze nicht mehr pro Tag, sondern nur noch pro Woche gelten. Was als Modernisierung verkauft wird, könnte sich als gefährlicher Rückschritt erweisen: Forschende der Hans-Böckler-Stiftung warnen eindringlich vor gesundheitlichen, sozialen und gleichstellungspolitischen Folgen.
AutorKontaktMichael van den Heuvel
Datum 29.10.2025  08:00 Uhr

Faire Vorschläge

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Hans-Böckler-Stiftung machen darüber hinaus konkrete Vorschläge, wie die Arbeitswelt fairer und zugleich produktiver gestaltet werden könnte, ohne den Gesundheitsschutz auszuhöhlen. Entscheidend sei mehr Arbeitszeitsouveränität, also tatsächlicher Einfluss der Beschäftigten auf Beginn und Ende ihrer Arbeitszeit. Zudem müsse die Kinderbetreuung ausgebaut und verlässlicher werden, um Müttern und Vätern gleichermaßen Erwerbschancen zu eröffnen. Reformen wie die Brückenteilzeit seien ein wichtiger Schritt, müssten aber deutlich erweitert werden. Auch die Einführung einer bezahlten zehntägigen Freistellung für Väter nach der Geburt sowie zusätzliche Partnermonate beim Elterngeld könnten die Vereinbarkeit von Beruf und Familie verbessern.

Nicht zuletzt braucht es eine lückenlose Erfassung der Arbeitszeiten, wie sie der Europäische Gerichtshof bereits 2019 verlangt hat. Viele Unternehmen, auch Apotheken, ignorieren diese Pflicht, ohne dass sie mit Folgen zu rechnen hätten.

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