Tanzen bringt den an Parkinson erkrankten Teilnehmerinnen und Teilnehmern Lebensfreude und fördert gleichzeitig die Balance und den Gleichgewichtssinn. / © Getty Images/Thomas Barwick
Wenn Dorothea Kronenberger tanzt, dann spürt sie Lebensfreude. Anders war das, als sie die Diagnose Parkinson erhielt, erinnert sich die 67-Jährige. »Das hat mir erst mal den Boden unter den Füßen weggehauen. Ich konnte damit nichts anfangen.«
Das ist jetzt drei Jahre her, und Kronenberger findet ihren Weg, mit der Krankheit umzugehen. Wichtiger Bestandteil: Sport. Schon länger spielt sie Tischtennis, beim sogenannten PingPongParkinson. Und seit kurzem nimmt sie an einem Tanzprojekt in Frankfurt am Main teil.
»Connect« heißt es, und ins Leben gerufen haben es der ebenfalls an Parkinson erkrankte Christian Rietschel und seine Ehefrau Gerhild Frasch. Die Tanzgruppe trifft sich regelmäßig im Museum für Kommunikation zur Tanzstunde. Unterstützt werden sie durch die Aventis-Foundation, die Carlsstiftung und die Reiss-Stiftung.
Die Idee kam aus Zürich, wo sich das Paar einen ähnlichen Kurs angeschaut hat. »Wenn jemand tanzt, macht er was, was er vorher nicht gemacht hat und merkt dabei, dass er sich doch ganz gut bewegen kann«, sagt Rietschel. Jeder solle individuell seine Möglichkeiten sehen und sehen, was er noch alles könne.
»Das Problem von Parkinson-Patienten ist, dass sie steif werden und dass die Beweglichkeit immer schlechter wird«, erklärt er. »Ich hab selber Parkinson und weiß, dass Bewegung sehr wichtig ist.« Tanzen sei eine Möglichkeit, sich auszudrücken. Der Austausch sei für ihn wichtig. Er lerne über seine Krankheit von den anderen sehr viel. Und: »Geteiltes Leid ist halbes Leid.«
Gerhild Frasch ist froh, dass der Tanzkurs auf eine große Resonanz stößt. »Weil ich einfach merke, ganz viele von denen, die hier so sitzen und fest sitzen, fangen an, sich zu bewegen und lernen noch mal neue Möglichkeiten, sich auszudrücken, neue Muster körperlich aber auch mental zu erleben«, sagt sie. »Es ist eine super Laune hinterher, alle sind immer entspannt.«