Wirkstoffhaltige Pflaster – auch transdermale Systeme (TTS) genannt – sind bequem in der Anwendung und garantieren eine konstante Arzneimittelabgabe. Für eine korrekte Anwendung gilt es allerdings einiges zu beachten.
gut geeignet für Patienten mit Schluckbeschwerden oder Demenz
Wirkstoff gelangt über die Haut direkt in den Blutkreislauf, kein First-Pass-Effekt
Welche Wirkstoffe sind geeignet
kleine, lipophile Moleküle
nur stark wirksame Substanzen geeignet (Wirkung im unteren mg- bis µg-Bereich), um handliche Pflastergröße zu gewährleisten
Anwendung zum Beispiel in der Schmerztherapie, zur Raucherentwöhnung oder bei der Hormonersatztherapie
Unterschiedliche Systeme
Membranpflaster: Wirkstoff meist in einer Flüssigkeit gelöst in einem flachen Depot; Kontrollmembran steuert Wirkstofffreisetzung
Matrixpflaster: Wirkstoff direkt in der Klebematrix gelöst oder suspendiert
Vorbereitung
geeignete Körperstellen: Bauch, Rücken, Oberarm oder Oberschenkel
Hormonpflaster nicht auf die Brust aufbringen
ausreichendes Unterhautfettgewebe an der Applikationsstelle erforderlich, da sonst verminderte Wirkstoffaufnahme möglich (etwa bei knochennahen Stellen oder sehr mageren Patienten)
Applikationsstelle: verletzungsfrei, sauber, trocken, fett- und haarfrei
nicht auf Tätowierungen aufbringen
Haarentfernung nur mit Schere, Nass- und Trockenrasierer wegen der Gefahr von Hautverletzungen vermeiden
Hautreinigung nur mit klarem Wasser; anschließend trocken tupfen
Pflaster aufbringen & wechseln
Schutzfolie entfernen
Klebefläche nicht berühren
Pflaster faltenfrei komplett aufkleben (Rändern und Ecken andrücken)
circa 30 Sekunden mit flacher Hand andrücken
Datum und Uhrzeit notieren, bei transparenten/hautfarbenen Pflastern gegebenenfalls auch Applikationsstelle
Pflaster täglich auf korrekten Sitz prüfen
nicht mit Verbandsmaterial fixieren
altes Plaster vor Aufbringen des neuen entfernen
bei Pflasterwechsel andere Hautstelle wählen, um Hautirritationen zu vermeiden
Nicht teilen!
Pflaster nicht zerschneiden: ungenaue Dosierung und unkontrollierte Wirkstofffreisetzung möglich
besonders bei Membranpflastern: gesamter enthaltener Wirkstoff kann auf einmal freigesetzt werden (Sturzentleerung)