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Transdermale Systeme richtig anwenden

Wirkstoffhaltige Pflaster – auch transdermale Systeme (TTS) genannt – sind bequem in der Anwendung und garantieren eine konstante Arzneimittelabgabe. Für eine korrekte Anwendung gilt es allerdings einiges zu beachten.
AutorKontaktCaroline Wendt
Datum 24.02.2026  12:00 Uhr
Transdermale Systeme richtig anwenden

Vorteile

  • konstanter Wirkstoffspiegel
  • Wirkung meist über mehrere Tage
  • gut geeignet für Patienten mit Schluckbeschwerden oder Demenz
  • Wirkstoff gelangt über die Haut direkt in den Blutkreislauf, kein First-Pass-Effekt

Welche Wirkstoffe sind geeignet

  • kleine, lipophile Moleküle
  • nur stark wirksame Substanzen geeignet (Wirkung im unteren mg- bis µg-Bereich), um handliche Pflastergröße zu gewährleisten
  • Anwendung zum Beispiel in der Schmerztherapie, zur Raucherentwöhnung oder bei der Hormonersatztherapie

Unterschiedliche Systeme

  • Membranpflaster: Wirkstoff meist in einer Flüssigkeit gelöst in einem flachen Depot; Kontrollmembran steuert Wirkstofffreisetzung
  • Matrixpflaster: Wirkstoff direkt in der Klebematrix gelöst oder suspendiert

Vorbereitung

  • geeignete Körperstellen: Bauch, Rücken, Oberarm oder Oberschenkel
  • Hormonpflaster nicht auf die Brust aufbringen
  • ausreichendes Unterhautfettgewebe an der Applikationsstelle erforderlich, da sonst verminderte Wirkstoffaufnahme möglich (etwa bei knochennahen Stellen oder sehr mageren Patienten)
  • Applikationsstelle: verletzungsfrei, sauber, trocken, fett- und haarfrei
  • nicht auf Tätowierungen aufbringen
  • Haarentfernung nur mit Schere, Nass- und Trockenrasierer wegen der Gefahr von Hautverletzungen vermeiden
  • Hautreinigung nur mit klarem Wasser; anschließend trocken tupfen

Pflaster aufbringen & wechseln

  • Schutzfolie entfernen
  • Klebefläche nicht berühren
  • Pflaster faltenfrei komplett aufkleben (Rändern und Ecken andrücken)
  • circa 30 Sekunden mit flacher Hand andrücken
  • Datum und Uhrzeit notieren, bei transparenten/hautfarbenen Pflastern gegebenenfalls auch Applikationsstelle
  • Pflaster täglich auf korrekten Sitz prüfen
  • nicht mit Verbandsmaterial fixieren
  • altes Plaster vor Aufbringen des neuen entfernen
  • bei Pflasterwechsel andere Hautstelle wählen, um Hautirritationen zu vermeiden

Nicht teilen!

  • Pflaster nicht zerschneiden: ungenaue Dosierung und unkontrollierte Wirkstofffreisetzung möglich
  • besonders bei Membranpflastern: gesamter enthaltener Wirkstoff kann auf einmal freigesetzt werden (Sturzentleerung)
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