Wer durch psychische Erkrankungen in finanzielle Schwierigkeiten geraten ist, muss damit nicht allein bleiben. Man kann auch bei städtischen Sozialberatungen oder kirchlichen Trägern niedrigschwellig Gesprächsangebote bekommen, so Jakobi, vertraulich und kostenlos. Bei Schulden oder drohenden Zahlungsausfällen helfen etwa kommunale Schuldnerberatungen sowie Angebote der Wohlfahrtsverbände (zum Beispiel Caritas, Diakonie, Arbeiterwohlfahrt oder der Paritätische Wohlfahrtsverband). Sie beraten zu Haushaltsplanung, Schuldenregulierung, Mahn- und Inkassoforderungen oder auch zu Sozialleistungen.
Auch eine sozialpsychiatrische Beratung kann sinnvoll sein. Diese wird vielerorts von Kommunen angeboten und hilft dabei, finanzielle, gesundheitliche und soziale Probleme gemeinsam zu ordnen und passende Hilfen zu finden.
Bei akuten Belastungen oder Überforderung können Betroffene sich außerdem an niedrigschwellige Angebote wenden – etwa an psychosoziale Beratungsstellen, kirchliche Träger oder telefonische Beratungsdienste. Wer berufstätig ist, kann prüfen, ob der Arbeitgeber ein Mitarbeiterunterstützungsprogramm anbietet. Diese Programme vermitteln anonym Beratung – auch zu finanziellen Sorgen, die mit psychischer Belastung zusammenhängen. Betriebs- oder Personalrat, Schwerbehindertenvertretung und Betriebsarzt sind dafür geeignete Ansprechpartner.
Entlastend kann auch der Austausch mit nahestehenden Menschen sein – vorausgesetzt, sie hören zu und begegnen dem Problem akzeptierend. Angehörige seien jedoch oft selbst betroffen und könnten deshalb nicht immer unvoreingenommen reagieren, so Jakobi. Aber »Angehörige können helfen, indem sie nicht stigmatisieren, sondern die Kosten aufzeigen«, sagt Maaß.
Wenig sinnvoll ist, Familienangehörige zu bitten, einen bei Rechnungen zu unterstützen oder von Impulskäufen abzuhalten. Maaß: »Dann gibt die Person die Verantwortung ab, es entstehen Schwierigkeiten mit dem Umfeld, Impulskäufe werden noch wahrscheinlicher.« Gerade bei Suchterkrankungen könne sich das Problem so verstärken.