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Arzneimittelabhängigkeit
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Vom Schmerz in die Sucht

Da eine Sucht bei ärztlich verordneten Substanzen nicht so offensichtlich ist, spricht man auch von einer »stillen Sucht«. Was das für Folgen hat und wie Fachpersonal am besten reagiert, erklärte Professor Dr. Oliver Pogarell, stellvertretender Leiter der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie an der Ludwig-Maximilians-Universität München, beim diesjährigen Deutschen Schmerz- und Palliativtag.
AutorKontaktJuliane Brüggen
Datum 22.03.2024  12:00 Uhr

Wie reagieren?

Pogarell sagt klar: Ansprechen und Hilfe anbieten. »Immer, wenn Sie ein Problem, wie eine aus dem Ruder gelaufene Medikation erkennen, sprechen Sie das Thema an. Machen Sie die Patientin oder den Patienten auf das Problem aufmerksam, schaffen Sie Problembewusstsein.« Eine Kurzintervention oder allein das Aushändigen eines Flyers könnten bei der betroffenen Person etwas anstoßen und zum Nachdenken anregen. Dabei sei es wichtig, authentisch zu sein, keine Vorwürfe zu machen und den Patienten an entsprechende Anlaufstellen zu verweisen – in der Apotheke ist dies meist der Verweis an den Arzt.

Im Beratungsgespräch können folgende Fragen aus einem Leitfaden der Bundesärztekammer hilfreich sein:

  • Nehmen Sie Medikamente kontinuierlich ein, um Unruhe, Schlaflosigkeit, Angstzustände oder auch Schmerzen zu lindern?
  • Haben sie das Gefühl, diese Medikamente ständig in Ihrer Griffnähe haben zu müssen?
  • Haben Sie schon einmal die Erfahrung gemacht, dass unangenehme Begleiterscheinungen aufgetreten sind, wenn Sie diese Medikamente weggelassen haben?
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