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Vorsicht bei Medikamenten aus dem Urlaub

Nicht selten nutzen Reisende ihren Urlaub, um sich im Ausland günstig einen Vorrat an Medikamenten zu beschaffen. Doch nicht alle Medikamente, die in Schwellen- oder Entwicklungsländern verkauft werden, entsprechen den hiesigen Qualitätsstandards. Die Apothekerkammer Niedersachsen erklärt, was zu beachten ist, wenn sie Arzneimittel im Ausland kaufen und nach Deutschland einführen wollen.
AutorKontaktPTA-Forum/Apothekerkammer Niedersachsen
Datum 23.03.2023  15:30 Uhr
Vorsicht bei Medikamenten aus dem Urlaub

Beschränkte Einfuhr von Medikamenten

Zunächst einmal müssen Reisende bei der Rückkehr nach Deutschland die gesetzlich erlaubte Höchstmenge zur Einfuhr von Arzneimitteln beachten. Man darf nur so viele Medikamente mitbringen, wie es dem üblichen persönlichen Bedarf entspricht. Das Bundesgesundheitsministerium (BMG) definiert den üblichen persönlichen Bedarf, als die Menge für maximal drei Monate, unter Berücksichtigung der Dosierungsempfehlung für das jeweilige Arzneimittel. Einige Arzneimittel dürfen generell nur über eine maximale Dauer von wenigen Tagen eingenommen werden.

Vorsicht vor gefälschten Arzneimitteln

Es gibt ganz unterschiedliche Arten von Arzneimittelfälschungen. Das Spektrum reicht von Totalfälschungen bis hin zu Arzneimitteln, deren Verfallsdatum absichtlich verlängert und damit manipuliert wurde. Arzneimittelfälschungen können den richtigen Wirkstoff enthalten, aber in falscher Dosis, also zu gering oder zu hoch. Sie können keinen oder einen anderen Wirkstoff als den angegebenen aufweisen. Oder sie werden mit gefälschten Blistern, Beipackzetteln und/oder Umkartons angeboten. Sie können dann Inhaltsstoffe beinhalten, die gar nicht auf der Verpackung angegeben sind. Zudem kann ein gefälschtes Arzneimittel oder ein gefälschter Wirkstoff auch die gewerblichen Schutzrechte des Rechteinhabers verletzen.

Die Einfuhr von gefälschten Arzneimitteln oder Wirkstoffen nach Deutschland ist strikt verboten. Touristen, die sie dennoch nach Deutschland bringen, tragen die rechtlichen Konsequenzen. Außerdem gefährden sie ihre Gesundheit bewusst oder unbewusst, wenn sie minderwertige Arzneimittel einnehmen, unter Umständen können sie sogar eine gefährliche Wirkung haben.

Antibiotika nur auf Rezept

In Deutschland erhalten Patientinnen und Patienten Antibiotika nur auf Rezept. Das hat gute Gründe. Antibiotika sind Medikamente, die Nebenwirkungen wie Magen-Darm-Beschwerden oder allergische Reaktionen hervorrufen können. Antibiotika helfen zudem nur gegen Infektionen, die durch Bakterien ausgelöst werden. Gegen Viren helfen sie nicht.

Wer in Deutschland beispielsweise unter einer Atemwegserkrankung leidet, bekommt Antibiotika nur dann, wenn in einer Arztpraxis eine bakterielle Infektion festgestellt wurde. Denn eine zu häufige oder unsachgemäße Anwendung von Antibiotika, kann zu Resistenzen führen, die zur Unwirksamkeit des jeweiligen Antibiotikums führen. Je mehr Resistenzen gegen die zur Verfügung stehenden Antibiotika auftreten, desto weniger Therapiemöglichkeiten bleiben. Antibiotikaresistenzen sind in Deutschland bereits ein Problem, aber besonders in Ländern, in denen Antibiotika rezeptfrei erhältlich sind.

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