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Nuklearer Notfall
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Wann die Jodblockade sinnvoll ist – und wann nicht

Viele Menschen haben aktuell Sorge vor einer nuklearen Notfallsituation und fragen in Apotheken nach Jodtabletten. Die selbstständige Einnahme ist aber keinesfalls ungefährlich. Was PTA und Apotheker den Patienten raten können.
AutorKontaktJuliane Brüggen
Datum 02.03.2022  15:00 Uhr

Einnahme-Fall ist aktuell unwahrscheinlich

»Aufgrund der Entfernung zur Ukraine ist nicht damit zu rechnen, dass eine Einnahme von Jodtabletten erforderlich werden könnte. Von einer selbständigen Einnahme der Tabletten wird dringend abgeraten. Eine Selbstmedikation birgt erhebliche gesundheitliche Risiken, hat aktuell aber keinerlei Nutzen«, schreibt das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz unter jodblockade.de.

Auch die Arzneimittelkommission der Deutschen Apotheker (AMK) warnt davor, hochdosierte Jodtabletten selbständig einzunehmen. Es gebe in Deutschland aktuell keine rationale Begründung dafür, da keine Belastung durch radioaktives Jod vorliege. Auch die AMK rechnet nicht damit, dass die Einnahme von Jodtabletten erforderlich werden könnte und nennt als Grund ebenfalls die Entfernung zur Ukraine. 

»Apotheker raten von der selbständigen Einnahme von Jodtabletten, um sich vor einer vermeintlichen Belastung mit radioaktivem Jod zu schützen, dringend ab«, verdeutlicht Professor Dr. Martin Schulz, Vorsitzender der AMK. »Eine Selbstmedikation birgt erhebliche gesundheitliche Risiken, hat aktuell aber keinerlei Nutzen.«

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