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Schutzmaßnahmen
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Was Arbeiten bei Hitze erträglich macht

Bei steigenden Temperaturen kommen nicht nur Menschen, die im Freien arbeiten, an ihre Grenzen – auch Büros, Werkstätten und Co. können sich mitunter stark aufheizen. Das führt zu Konzentrationsverlust und die Unfallgefahr steigt. Was sagt das Arbeitsschutzrecht? Welche Maßnahmen müssen Arbeitgeber treffen – und was können Beschäftigte selbst tun, um gut durch heiße Tage zu kommen?
AutorKontaktCarina Steyer
Datum 18.06.2025  16:00 Uhr

Ventilatoren wirken kühlend

In den vergangenen Jahren sind zudem weitere Empfehlungen beziehungsweise Vorgaben dazu gekommen. So sollten Arbeitgeber kostenfreie Getränke zur Verfügung stellen und die Räumlichkeiten mit Ventilatoren ausstatten. Letztere setzen die Lufttemperatur zwar nicht herab, wirken aber dennoch kühlend, da die erzeugten Luftbewegungen die Wärmeübergabe an der Haut verbessern und die Schweißverdunstung verstärken – dieses Prinzip wirkt allerdings nur bis zu einer Temperatur von etwa 35 °C. Ist die Lufttemperatur höher, kann ein Ventilator sogar zur Überhitzung beitragen. Auch in Bezug auf Zugluft sollte bei Ventilatoren vorsichtig agiert werden. Einige Menschen reagieren hier sehr empfindlich, sodass die Geräte nicht in unmittelbarer Nähe platziert werden sollten. Zudem können Ventilatoren Staub und Pollen aufwirbeln, die für Allergiker zum Problem werden können.

Für die rund zwei bis drei Millionen Menschen in Deutschland, die überwiegend oder zeitweise im Freien arbeiten, gibt es andere Vorgaben. Hier sieht das Arbeitsschutzrecht zum Beispiel vor, dass Unternehmen Anlagen errichten lassen können, mit denen Baustellen beschattet oder belüftet werden können. Wichtig sind zudem organisatorische Maßnahmen wie das Verlegen von Arbeitszeiten und ausreichend lange Pausenzeiten. Da neben der Hitzebelastung im Freien auch die Belastung durch UV-Strahlung eine wichtige Rolle spielt, sind regelmäßige Mitarbeiterschulungen zum gesunden Umgang mit den Wetterbedingungen vorgesehen.

Um die Hitzebelastung beim Arbeiten drinnen als auch draußen möglichst gering zu halten, gibt es einige praktische Tipps, die auch für die Weitergabe an hitzegeplagte Kunden geeignet sind:

  • auf eine ausreichende Flüssigkeitsaufnahme achten: täglich 2 bis 3 l Wasser, ungesüßter Tee oder verdünnte Fruchtsäfte. Eine Scheibe Zitrone oder Limette kann zusätzlich erfrischend wirken.
  • Koffeinhaltige Getränke können schweißtreibend wirken und den Kreislauf zusätzlich belasten. Der Konsum sollte deshalb in Maßen gehalten werden, auf die gewohnte Tasse Kaffee am Morgen muss man aber nicht verzichten.
  • Mehrere kleine, leichte Mahlzeiten sind für den Kreislauf weniger belastend als wenige große. Gut geeignet für Hitzetage sind Salate, leichte Gemüsegerichte, kalte Suppen oder frisches Obst.
  • Bei der Nutzung von Klimaanlagen sollte darauf geachtet werden, dass die Innenraumtemperatur nicht mehr als 6 °C unter der Außentemperatur liegt. Höhere Temperaturabweichungen können Kreislaufbeschwerden und Erkältungen begünstigen.
  • Lockere, atmungsaktive Kleidung tragen. Geeignete Stoffe sind Viskose, dünne Baumwollstoffe, Leinen und Seide. Besteht die Verpflichtung zum Tragen von Berufskleidung, muss eine Lockerung mit dem Arbeitgeber abgesprochen werden.
  • Kaltes Wasser auf Händen und/oder Unterarmen wirkt kühlend und kreislaufanregend. Ebenfalls wirkungsvoll sind kalte Tücher, die in den Nacken gelegt werden. Bei starker Hitzebelastung können spezielle Kühlwesten, Arm- oder Beinmanschetten helfen.
  • Für die schnelle Erfrischung zwischendurch können kleine Sprühflaschen mit Wasser befüllt werden. Auch Thermalwassersprays sind geeignet.
  • Müdigkeit bekämpft man am besten mit Bewegung in den kühleren Stunden des Tages.
  • »Steht« die Luft im Raum, können einfache Handfächer dieselbe Wirkung wie ein Ventilator erreichen. Gut geeignet sind diese auch für überhitze öffentliche Verkehrsmittel.
  • Regelmäßige Pausen in möglichst kühler Umgebung einlegen.
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