Es kommt darauf an, was genau kaputtgegangen ist. »Außenbandverletzungen sind in vielen Fällen gut konservativ behandelbar, etwa mit Bandagen und Tape-Verbänden«, sagt der Orthopäde. Betroffene können den Fuß auch relativ schnell wieder belasten. Denn der große Vorteil ist hier: »Beim normalen Auftreten wird das Außenband nicht belastet.«
Beim Innenband ist das anders. Daher muss das Sprunggelenk bei so einer Verletzung mehr geschützt werden. »Da kommt typischerweise ein Kunststoffstiefel zum Einsatz, damit keine Belastung auf das Band kommt«, erklärt Markus Walther. Ist das Innenband komplett abgerissen, führt an einer Operation oft kein Weg vorbei.
Ohne Geduld geht es nicht. Schon jetzt zeichnet sich ab: Nico Schlotterbecks Verletzungspause wird sich bis in die nächste Bundesligasaison erstrecken. »Bei einer Innenbandverletzung sind wir häufig bei einer Größenordnung von drei Monaten, bis Sport wieder möglich ist«, sagt Markus Walther. Das gilt für Leistungs- wie für Hobbysportler gleichermaßen.
Geht es um das Außenband, kann es deutlich schneller gehen, hier kann es nach vier bis acht Wochen wieder losgehen mit Sport. »Bei einem Außenband brauche ich nicht immer die hundertprozentig abgeschlossene Heilung. Was das Band nicht leistet, kann man gut über Tapes ausgleichen.«
Wer eine gute Koordination hat, senkt das Risiko, dass er oder sie unglücklich umknickt. Die gute Nachricht: Das kann jeder im Alltag trainieren. Und zwar, ohne dafür Zeit freischaufeln zu müssen.
»Stellen sie sich beim Zähneputzen auf ein Bein und wechseln Sie nach einer Minute«, rät Markus Walther. »Und wenn das gut klappt, stellen Sie sich auf die Zehenspitzen dabei.« Wer es sich noch schwerer machen kann, führt die Übung auf einer weichen Sportmatte durch.
Für jedes Level gilt: »Wenn man die Übung zwei, drei Wochen lang durchzieht, merkt man, dass man besser wird.«