Leistungsdruck kann von einem selbst kommen oder von außen. Meist liegt eine Mischung von internen und externen Auslösern vor. / © Adobe Stock/Andrey Popov
Von Leistungsdruck spricht man, wenn Beschäftigte »gute Arbeit beziehungsweise akzeptable Arbeitsqualität in begrenzter Zeit bei gegebener Arbeitsmenge« leisten müssen, so eine Definition der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (Baua). Herausfordernd sei dabei oft, dass Beschäftigte das Gefühl haben, unterschiedliche – teils auch widersprüchliche – Erwartungen erfüllen zu müssen, sei es von Vorgesetzten, Klienten oder Patientinnen. Viele empfinden zudem Druck, ihre Arbeit fehlerfrei zu machen, richtige Entscheidungen zu treffen, Verantwortung für ihre Arbeitsergebnisse zu tragen und ihre Tätigkeiten fachlich kompetent und gleichzeitig effektiv auszuüben.
Wichtig sei, zwischen subjektivem und objektivem Leistungsdruck zu unterscheiden, sagt der Arbeitspsychologe Sebastian Jakobi. »Ich muss die oder der Beste sein« oder »Ich darf keine Fehler machen«: Wer so denkt, verspürt subjektiven Leistungsdruck. Während der Antreiber bei subjektivem Leistungsdruck in einem selbst liegt, liege objektiver Leistungsdruck vor, wenn zum Beispiel durch Personalmangel viele Aufgaben auf einem lasten.
»Äußere Antreiber können neben Personalmangel und Arbeitsmenge auch Termindruck oder die Konkurrenz sein«, sagt Emma Erhard, Psychologin bei IFBG, einer Ausgründung der Universitäten Konstanz und Karlsruhe (KIT). Oft liegt aber auch eine Kombination von internen und externen Auslösern für Leistungsdruck vor. Glaubenssätze wie »Sei perfekt«, »Mach es allen recht« oder »Sei stark« könnten den äußeren Leistungsdruck zusätzlich verstärken. »Sie wirken oft unbewusst und sorgen dafür, dass wir uns selbst immer wieder antreiben, auch wenn wir längst erschöpft sind«, so Erhard.
Problematisch wird Leistungsdruck Emma Erhard zufolge dann, wenn Stress zum Dauerzustand wird und Erholung kaum noch gelingt. In dem Fall liege chronischer Stress vor. Das kann sich negativ auf unsere Gesundheit auswirken. »Psychisch zeigt er sich oft in Erschöpfung, Schlafstörungen, Gereiztheit oder sozialem Rückzug«, so die Psychologin.
Auch ständiges Grübeln oder Angststörungen sind laut Jakobi möglich. Körperlich kann es beispielsweise zu Verspannungen, Magenproblemen oder einem geschwächten Immunsystem kommen. »Eine weitere mögliche Folge von dauerhaftem Leistungsdruck ist ein Burn-out«, so Jakobi. All dies führt häufig zu eingeschränkter Leistungsfähigkeit.