PTA-Forum online Avoxa
instagram facebook

Stress im Job
-
Was bei Leistungsdruck hilft

Wir brauchen das jetzt schnell – und perfekt! Viele Berufstätige empfinden im Job großen Druck, ständig »abliefern« zu müssen. Auf Dauer kann das krank machen. Wie können Gegenmittel aussehen? Experten geben Antworten auf wichtige Fragen.
AutorKontaktdpa
Datum 12.01.2026  16:00 Uhr

Sind Menschen heute weniger belastbar?

Ein Chatbot verfasst E-Mails-Entwürfe, ein Algorithmus analysiert Daten: Wird Arbeit durch die Verbreitung technischer Unterstützung nicht eigentlich weniger und einfacher? Warum scheinen trotzdem mehr Menschen sie als belastend zu empfinden als früher?

Menschen seien nie grundsätzlich belastbarer gewesen, so Erhard. Aber die Arbeitsbedingungen haben sich verändert und verändern sich kontinuierlich. Heute arbeiten der Expertin zufolge viele unter permanentem Veränderungsdruck und ständiger digitaler Erreichbarkeit. »Gleichzeitig sprechen wir offener über mentale Gesundheit, was den Eindruck erwecken kann, dass Belastungen zugenommen hätten«, so die Psychologin. Dabei seien sie vielleicht einfach sichtbarer geworden.

Welche Strategien helfen im Umgang mit Druck?

»Hilfreich kann sein, Resilienz, also eine psychische Widerstandsfähigkeit, aufzubauen«, sagt Jakobi. Denn Resilienz ist trainierbar. Dazu gehöre, sich selbst realistische Ziele zu setzen. Aber auch Selbstfürsorge in Form von Achtsamkeitstraining sowie Entspannungstechniken wie etwa Meditation seien wichtig.

»Ein guter Start ist der Realitätscheck«, so Erhard. Welche Erwartungen sind tatsächlich da und von welchen glaube ich nur, dass andere sie an mich stellen? Oft gebe es eine Diskrepanz zwischen expliziten und impliziten Erwartungen. »Wenn wir diese auflösen, fällt viel Druck ab«, sagt die Psychologin. Zusätzlich könne es helfen, die eigenen Glaubenssätze zu prüfen. Muss wirklich alles perfekt sein, oder reichen manchmal vielleicht auch 80 Prozent aus?

Darüber hinaus empfiehlt Arbeitspsychologe Sebastian Jakobi: »Man sollte sich der eigenen Grenzen bewusst sein und Neinsagen lernen, wenn es einem zu viel wird.« Nicht zuletzt gehe es auch darum, Aufgaben zu priorisieren. Das funktioniert am besten, indem man sich täglich eine To-do-Liste anlegt und darauf die Dinge, die am wichtigsten sind, ganz oben notiert.

Hilfreich ist zu wissen, »was einem persönlich hilft, um sich zu entspannen und zu regenerieren«, so Emma Erhard. Da dies sehr individuell ist, lohne es sich, ein eigenes Repertoire an wirksamen Erholungsstrategien aufzubauen.

TEILEN
Datenschutz

Mehr von Avoxa