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Erdnussallergie
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Was bleibt nach dem Palforzia-Aus?

Das einzige orale Immuntherapeutikum bei Erdnussallergie wird vom Markt genommen. Bereits begonnene Behandlungen mit Palforzia® seien dadurch jedoch nicht gefährdet. Bleibt die Frage: Auf welche Therapieansätze können Betroffene in Zukunft hoffen?
AutorKontaktElke Wolf
Datum 24.03.2026  16:00 Uhr
Konfrontation per Haut oder monoklonalem Antikörper

Konfrontation per Haut oder monoklonalem Antikörper

Ein weiterer Ansatz zur Desensibilisierung, der bereits in einer Phase-3-Studie untersucht wurde, ist eine epikutane Immuntherapie mithilfe eines Pflasters. Betroffene Kinder bekommen dabei täglich ein Pflaster auf die Haut geklebt, das eine konstante Menge an Erdnussprotein enthält. Nach einem Jahr täglichem Pflasterkleben vertrugen die meisten Kinder im Provokationstest deutlich höhere Allergenkonzentrationen als vor der Behandlung. Wer beispielsweise mehr als 10 mg Erdnussprotein toleriert hatte, sollte nach der Behandlung mindestens 1000 mg Erdnussprotein vertragen können.

Auch monoklonale Antikörper sind in der Lage, das Immungeschehen im Körper runterzudimmen. Omalizumab (Xolair®) und Dupilumab (Dupixent®) richten sich spezifisch gegen Immunglobulin E (IgE). Sie unterbrechen so die allergische Kettenreaktion und reduzieren außerdem die Aktivität und Anzahl der IgE-Rezeptoren auf der Oberfläche der Mastzellen, sodass weniger freies IgE gebunden werden kann.

Damit ist klar: Die Antikörper heben nur den Schwellenwert für die Menge an Allergen an, die eine Person zu sich nehmen kann, bevor es zu einer Reaktion kommt. Patienten müssen das Allergen also auch weiterhin meiden. Allerdings bieten sie sich deshalb gut als Add-on zur spezifischen Immuntherapie an. Derzeit wartet Omalizumab hierzulande noch auf die Zulassung für die Indikation Erdnussallergie. Die FDA-Zulassung für Xolair besteht dagegen bereits seit 2024.

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