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DNA im Blick
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Was Gentests können

Gentests sind aus der Medizin kaum mehr wegzudenken. Ihr Nutzen für Diagnose, Prädiktion und Prognose ist unbestritten, aber an einigen Stellen auch begrenzt.
AutorKontaktBarbara Erbe
Datum 30.10.2023  08:30 Uhr

Recht auf Nichtwissen

Bei der Aufklärung muss der Arzt über den Ablauf, die Risiken und die möglichen Folgen der Ergebnisse eines Tests informieren. Zwischen dem Gespräch und der Untersuchung liegt eine angemessene Bedenkzeit. Denn es gibt auch ein Recht auf Nichtwissen: Man kann sich gegen einen Gentest entscheiden, ohne Gründe nennen zu müssen. Zusätzlich zur Aufklärung sieht das Gendiagnostikgesetz eine besondere Beratung zu den möglichen medizinischen, psychischen und sozialen Auswirkungen vor, die die Ergebnisse einer DNA-Analyse mit sich bringen können – zum Beispiel, wenn der Gentest ein Risiko für eine unheilbare Erkrankung festgestellt hat. Wann solche Beratungsgespräche angeboten werden müssen, hängt von der Art der genetischen Untersuchung ab.

Die Beratung soll verständlich sein und nicht zu einer bestimmten Entscheidung drängen. Sie soll auch Anlaufstellen nennen, die bei körperlicher oder seelischer Belastung unterstützen. Laut Gendiagnostikgesetz dürfen nur Fachärzte für Humangenetik oder solche mit einer entsprechenden Zusatzqualifikation das Beratungsgespräch führen.

DNA-Analysen haben – wie alle anderen medizinischen Untersuchungen – nur eine begrenzte Aussagekraft. Meist werden nicht alle, sondern nur die häufigsten Genveränderungen entdeckt. Auch wenn ein verändertes Gen gefunden wird, lässt sich oft nicht zuverlässig vorhersagen, ob und wann eine Krankheit bei einem Menschen ausbricht. Umgekehrt gibt auch ein unauffälliges (negatives) Testergebnis keine hundertprozentige Sicherheit, nicht zu erkranken. Das Risiko für Erkrankungen wie Diabetes, Asthma, Bluthochdruck oder die koronare Herzerkrankung kann familiär beeinflusst sein, hängt aber auch zum großen Teil von Umweltbedingungen und der persönlichen Lebensführung ab. Deshalb sind Gentests bei diesen Erkrankungen meist nicht sehr aussagekräftig. Das Wissen um ein erhöhtes Risiko oder die Erbanlage für eine Krankheit, die nicht behandelt oder geheilt werden kann, kann belastend sein und viele Ängste auslösen.

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