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Was könnten Selbst- und Schnelltests bringen?

Bei weiteren Lockerungen von Corona-Beschränkungen sollen auf breiter Front schnelle Tests ins Spiel kommen, die zum Auswerten nicht extra ins Labor müssen – um das Infektionsgeschehen engmaschiger beobachten zu können. Aber auch als Absicherung für konkrete Öffnungen.
AutorKontaktdpa/PTA-Forum
Datum 05.03.2021  10:15 Uhr

Wo werden die Selbsttests erhältlich sein?

Erste Corona-Schnelltests zur Selbstanwendung sollen ab 6. März in Deutschland in den freien Verkauf kommen. Die Discounter Aldi Nord und Aldi Süd kündigten am gestrigen Mittwoch an, diese ab Samstag anzubieten.

Kunden der Discounter können die in Deutschland produzierten Corona-Selbsttests an der Kasse bekommen. Zunächst ist die Abgabemenge auf eine Packung pro Kunde begrenzt. Eine Packung kostet rund 25 Euro und enthält fünf Tests, deren Ergebnis nach dem Nasenabstrich in 15 Minuten vorliegen soll. Die Erkennungsrate liegt den Angaben zufolge bei 96 Prozent.

Auch Discounter-Konkurrent Lidl und die Supermärkte von Rewe und Edeka haben das Thema auf dem Schirm. Die Drogeriemarktketten Rossmann und dm wollen mit dem Verkauf am nächsten Dienstag beginnen. Apotheken wollen die Produkte ebenfalls anbieten.

Welche Selbsttests sind bisher zugelassen und wie werden sie angewendet?

Erst gestern hat das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) die ersten Sonderzulassungen für drei Selbsttests auf das SARS-Coronavirus-2 erteilt. Dabei handelt es sich um zwei chinesische Produkte und einen Test aus den USA. Die drei Produkte heißen:

  • Lyher® Covid-19 Antigen Schnelltest (vom Hersteller Hangzhou Laihe Biotech Ltd. Co., vertrieben von Lissner Qi GmbH)
  • Rapid SARS-CoV-2 Antigen Test Card (vom Hersteller Xiamen Boson Biotech Co, vertrieben von der Technomed Service GmbH in Graz)
  • Clinitest Rapid Covid-19 Antigen Self-Test1 vom Hersteller Healgen Scientific, vertrieben von Siemens Healthineers

Neben den jetzt zugelassenen drei Selbsttests werden in den nächsten Wochen noch eine Reihe weiterer Produkte auf den Markt kommen: Dem BfArM liegen rund 50 Anträge auf Sonderzulassung für Laientests vor. Darunter sind auch Produkte mit einer anderen Probenahme als der nasalen: So könnten in Zukunft auch Spucktests, bei denen Speichel ausgewertet wird, und »Lolli«-Tests eine Sonderzulassung erhalten.

Die drei Produkte sind in der Handhabung recht ähnlich. Bei allen drei Tests wird eine Probe aus dem vorderen Nasenbereich entnommen, was für Laien geeigneter ist als der Nasen-Rachen-Abstrich mit tiefem Einführen des Tupfers. Das Ergebnis liegt nach Aufbereitung der Probe jeweils nach 15 Minuten vor, nur bei der Rapid SARS-CoV-2 Antigen Test Card wird ein Zeitraum von 15 bis 30 Minuten angegeben. In Hinsicht auf Sensitivität und Spezifität unterscheiden sich die Tests kaum. Alle Antigentests weisen akute Infektionen nach, indem sie SARS-CoV-2-Antigene (Virusproteine) mittels Antikörper fixieren und diese dann mit einer Farbreaktion sichtbar machen.

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