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Prävention und Therapie
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Was man(n) zur Prostata wissen sollte

Beschwerden beim Wasserlassen, vergrößerte Prostata, Krebs und Früherkennung: Männer haben oft viele Fragen rund um das Thema Prostata. Unser FAQ fasst die wichtigsten zusammen und gibt klare Antworten.
AutorKontaktVerena Schmidt
Datum 20.10.2026  12:00 Uhr

Was genau ist die Aufgabe der Prostata?

Die Prostata, auch Vorsteherdrüse genannt, ist hauptsächlich für die Produktion eines milchigen, enzymhaltigen Sekrets verantwortlich. Dieses macht rund ein Drittel des Spermas aus und ist bedeutsam für die Beweglichkeit und Überlebensfähigkeit der Spermien. Bei einem Samenerguss pressen die Muskeln der Prostata das Sekret in die Harnröhre, wo es sich mit den Spermien aus den Hoden und Flüssigkeit aus den Samenblasen mischt.

Woran bemerkt man(n), dass die Prostata Probleme macht?

Die etwa walnussgroße Prostata wird mit dem Alter langsam und allmählich größer. Da sie unterhalb der Harnblase liegt und die Harnröhre teilweise umschließt, kann sie irgendwann auf die Harnröhre drücken und den Harnfluss behindern. Typische Symptome des benignen Prostatasyndroms (BPS) sind ein schwacher Harnstrahl, ein verzögerter Beginn der Blasenentleerung, ein Nachträufeln oder das Gefühl einer nicht ganz geleerten Blase. Viele Männer verspüren am Tag einen starken und häufigen Harndrang und müssen auch nachts häufiger zur Toilette (Nykturie).

Welche Möglichkeiten zur Behandlung gibt es?

Viele Männer fühlen sich bei beginnender Prostatavergrößerung noch nicht eingeschränkt; dann genügt meist ein kontrolliertes Zuwarten. Bei leichten Beschwerden kann es helfen, das Verhalten anzupassen: zum Beispiel weniger Kaffee und Alkohol (diuretische Wirkung!) trinken und die Trinkmenge vor dem Schlafengehen reduzieren. Auch Phytopharmaka mit Extrakten aus Sägepalmenfrüchten, Brennnesselwurzel, Kürbissamen und Roggenpollen sowie mit Phytosterolen aus Kiefern- oder Pinienholz können eventuell Beschwerden lindern – laut Leitlinie ist die wissenschaftliche Evidenz allerdings nicht überzeugend. Das Wachstum der Prostata aufhalten können die Phytopharmaka jedenfalls  nicht.

Am besten untersucht sind Sägepalmenextrakte. Der Ausschuss für pflanzliche Arzneimittel HMPC der Europäischen Arzneimittelagentur EMA stuft allerdings nur Extrakte, bei denen Hexan als Auszugsmittel verwendet wurde, als well-established Use ein. In Deutschland sind allerdings keine entsprechenden Präparate im Handel.

Bei stärkeren Beschwerden können Alpha-1-Blocker wie Tamsulosin, Silodosin, Alfuzosin und Doxazosin die glatte Muskulatur in Prostata und Blasenhals erschlaffen lassen – die Blase lässt sich wieder besser entleeren. 5-α-Reduktase-Hemmer wie Finasterid und Dutasterid blockieren die Umwandlung des Hormons Testosteron in die aktive Form Dihydrotestosteron (DHT). Das stoppt das übermäßige Zellwachstum und verkleinert das Prostatavolumen langfristig. Die Wirkung setzt allerdings oft erst nach mehreren Monaten ein; eine Kombination beider Wirkstoffgruppen kann daher sinnvoll sein.

Auch der Phosphodiesterase-Hemmer Tadalafil ist in einer Dosierung von 5 mg täglich zur Behandlung der BPH zugelassen. Der Wirkstoff entspannt die glatte Muskulatur in Prostata, Harnröhre und Blase und lindert so Beschwerden. Eine gleichzeitig bestehende erektile Dysfunktion kann mit dem Wirkstoff gleich mitbehandelt werden.

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