| Verena Schmidt |
| 20.10.2026 12:00 Uhr |
Männer sollten bei entsprechenden Beschwerden zu ihrem Hausarzt oder Urologen gehen. Zwar ist die Hyperplasie an sich gutartig, kann aber die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen und auch einen erholsamen Schlaf enorm stören. Bei einem unbehandelten Prostatasyndrom besteht zudem ein erhöhtes Risiko für komplizierte Harnwegsinfektionen und Blutungen, es können sich Steine in der Blase bilden und es droht ein Harnverhalt. Staut sich der Harn, kann eine eingeschränkte Nierenfunktion entstehen.
Komplett verhindern kann man die Vergrößerung der Prostata im Alter nicht. Ein gesunder Lebensstil mit regelmäßiger Bewegung, Gewichtskontrolle und einer pflanzlich betonten Ernährung kann das Risiko für schwere Beschwerden jedoch verringern.
Prostatakrebs wächst meist langsam und verursacht oft lange Zeit keine Symptome. Wird der Tumor größer, kann er die Harnröhre einengen – es entstehen Probleme beim Wasserlassen, die denen beim BPS ähneln. Auch Schmerzen beim Wasserlassen oder bei der Ejakulation, Blut im Urin oder in der Samenflüssigkeit sowie neu auftretende Potenzprobleme können Warnhinweise sein, die Männer beim Arzt abklären lassen sollten.
Prostatakrebs ist die häufigste Krebserkrankung bei Männern in Deutschland – jedes Jahr erhalten rund 79.000 Patienten eine neue Diagnose. Erfreulich: Da der Tumor in vielen Fällen frühzeitig erkannt und behandelt wird, liegt die 5-Jahres-Überlebensrate bei 92 Prozent.
Die gesetzlichen Krankenversicherungen übernehmen ab dem Alter von 45 Jahren einmal jährlich die Kosten für eine Tastuntersuchung, die unter Fachleuten aber als eher ungenau und überholt gilt. Als Selbstzahlerleistung (IGeL) gibt es außerdem den PSA-Test, den die Fachgesellschaften bevorzugen: Im Blut wird die Konzentration des Prostataspezifischen Antigens (PSA), eines Enzyms aus dem Drüsenepithel der Prostata, gemessen. Zwar können Tumoren so sehr früh entdeckt und dann auch behandelt werden. Doch es besteht die Gefahr eine Überdiagnose: Es werden unter Umständen viele kleine Tumoren ohne Krankheitswert entdeckt, die sehr langsam wachsen und zu Lebzeiten womöglich gar keine Probleme gemacht hätten.
Ein erhöhter PSA-Wert muss auch nicht unbedingt auf Prostatakrebs hindeuten – der Wert kann auch bei BPS erhöht sein oder auch durch Druck auf die Prostata, etwa nach einer Ejakulation oder bei Harnwegsentzündungen. Der PSA-Wert sollte daher immer gemeinsam mit anderen Risikofaktoren wie Alter, Krankengeschichte und weiteren Untersuchungsergebnissen interpretiert werden. Sollten Tastbefund und/oder PSA-Wert auffällig sein, kann zur Absicherung ein MRT angeordnet werden.