| Verena Schmidt |
| 05.03.2026 08:00 Uhr |
Ruhe bewahren, das Kind beruhigen und auf den Schoß nehmen, am besten in einem abgedunkelten Raum: So Verhalten sich Eltern richtig bei einem Pseudokrupp-Anfall. / © Getty Images/mrs
Ein Pseudokrupp-Anfall ist laut Krankenhausapotheker Erik Prast von den Havelland-Kliniken die häufigste Ursache für Atemnot bei Kindern bis zum sechsten Lebensjahr. Ursächlich sei eine einengende Entzündung des Kehlkopfes oder der Luftröhre durch eine virale Infektion, erklärte der Experte im Februar bei der Hermann-Hager-Tagung der Landesapothekerkammer Brandenburg.
Schwillt der Kehlkopf an, verkleinert sich der Durchmesser der Atemwege. Bei Säuglingen und Kleinkindern ist das besonders problematisch, da bei ihnen wachstumsbedingt der Durchmesser der Luftröhre geringer ist als bei Erwachsenen. »Bei Kleinkindern verringert sich der Durchmesser der Atemwege dabei um 50 Prozent, der Atemwiderstand ist 16-fach erhöht. Das bedeutet eine viel zu hohe Atemanstrengung für kleine Kinder«, sagte Prast. Zum Vergleich: Schwillt der Kehlkopf bei Erwachsenen an, verringert sich der Durchmesser um maximal 25 Prozent, der Atemwiderstand ist höchstens um das Dreifache erhöht – Atmen ist dann anders als bei den Kindern noch relativ problemlos möglich.
Passivrauchen und andere exogene Faktoren, etwa eine hohe Schadstoffbelastung, begünstigen einen Pseudokrupp-Anfall. In der Regel treten die Beschwerden nachts auf, da der Cortisol-Spiegel in der Nacht absinkt. Dadurch schwillt die Schleimhaut stärker an. Symptomatisch ist laut Prast ein sehr spezifischer Hustenton: ein anfallsartiger, bellender Husten mit einem inspiratorischen Stridor, also einem pfeifenden rauhen Atemgeräusch beim Einatmen. Dazu kommt Heiserkeit.