| Verena Schmidt |
| 05.03.2026 08:00 Uhr |
»Die Apotheke ist häufig erster Anlaufpunkt bei Notfällen. Bestimmte Symptome richtig einschätzen zu können, ist daher enorm wichtig«, sagte der Krankenhausapotheker. Bei Pseudokrupp-Symptomen sei es von großer Bedeutung, diese von einer Epiglottitis abzugrenzen, einer akuten, potenziell lebensbedrohlichen Entzündung des Kehldeckels (Epiglottis). Dieser Deckel am am Eingang des Kehlkopfs verschließt normalerweise beim Schlucken die Luftröhre, damit keine Nahrung in die Atemwege gelangt. Schwillt die Epiglottis stark an, können die Atemwege innerhalb kurzer Zeit blockieren, Schlucken ist kaum mehr möglich – im Extremfall droht Erstickungsgefahr.
| Epiglottitis | Pseudokrupp | |
|---|---|---|
| Alter | 2 bis 7 Jahre | 6 Monate bis 6 Jahre |
| Fieber | Ja, sehr hoch | Nein bzw. leicht erhöhte Temperatur |
| Halsschmerzen | Ja | Nein |
| Stimme | kloßig | heiser |
| Schluckbeschwerden | Ja | Nein |
»Die Epiglottitis muss immer sofort notfallmedizinisch behandelt werden, daran führt kein Weg vorbei«, sagte Prast. Die Erkrankung entwickelt sich meist rasch binnen weniger Stunden. Die Hauptsymptome sind Fieber – meist sehr hoch und mit starkem Krankheitsgefühl –, Halsschmerzen mit Schluckbeschwerden und eine kloßige Stimme (»Frosch im Hals«). Glücklicherweise tritt die Epiglottitis heute nur noch selten auf: Auslöser war früher häufig das Bakterium Haemophilus influenzae Typ b (Hib). Seit Einführung der Hib-Impfung, die auch Teil der Sechsfach-Impfung ist, ist die Erkrankung bei Kindern deutlich seltener geworden.