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Intensives Training
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Was tun, wenn die Periode ausbleibt?

Treiben Frauen intensiv Sport, kann die Periode ausbleiben. Solche Zyklusstörungen sollten nicht auf die leichte Schulter genommen werden, denn sie wirken sich auch auf andere Körperfunktionen aus, betonen Mediziner.
AutorKontaktVerena Schmidt
Datum 19.03.2026  08:00 Uhr

Ein regelmäßiger Menstruationszyklus zeigt, dass Hormone, Stoffwechsel und Energiehaushalt im Gleichgewicht sind. Störungen seien häufig sowohl in einer hormonellen, metabolischen als auch psychosozialen Dysbalance begründet, erklärte Dr. Imke Mebes, Fachärztin für Gynäkologie und Geburtshilfe am Endokrinologikum Kiel, bei einer Online-Pressekonferenz anlässlich des Deutschen Kongresses für Endokrinologie Anfang März.

Bleibt die Blutung bei zuvor regelmäßigen Zyklen drei Monate aus, sprechen Mediziner von einer Amenorrhö. Bei zuvor unregelmäßigen Zyklen ist das per Definition nach sechs Monaten der Fall. Eine Amenorrhö kann verschiedene Ursachen haben, Beispiele sind etwa eine Hyperprolaktinämie, also eine Überproduktion von Prolaktin, Funktionsstörungen der Schilddrüse sowie das polyzystische Ovarialsyndrom (PCOS). Auch unter der Therapie mit bestimmten Medikamenten, beispielsweise Psychopharmaka, kann die Regelblutung ausbleiben. Bei Frauen, die orale Kontrazeptiva einnehmen, kann das Hormonpräparat maskieren, dass natürlicherweise kein Zyklus mehr stattfinden würde.

Nach der Menarche, der ersten Monatsblutung, könne die Regelblutung durchaus mal ausbleiben, ebenso in der Menopause, so Mebes. Das sei in der Regel kein Grund zur Beunruhigung. »Alles dazwischen, also eine Amenorrhö in der fertilen Phase einer Frau, gehört immer ärztlich abgeklärt«, betonte die Expertin.

Viel Sport, wenig Energie

»Die sportassoziierte Amenorrhö tritt besonders häufig bei sportlich hochaktiven jungen Frauen auf. Sie beschreibt das Ausbleiben der Menstruation infolge intensiver körperlicher Aktivität. Meist ist der Energieverbrauch dauerhaft höher als die Energieaufnahme. Chronischer körperlicher und mentaler Stress verstärkt diesen Effekt«, erklärte Gynäkologin Mebes.

Eine primäre Amenorrhö – die Menarche kommt bis zum vollendeten 16. Lebensjahr nicht – zeige sich besonders häufig beim Leistungsturnen, so Mebes. Eine sekundäre Amenorrhö, also die Periode bleibt aus, nachdem sie zuvor regelmäßig oder auch unregelmäßig stattgefunden hat, könne man dagegen häufig bei Ausdauersportarten mit hoher Leistungsdichte finden, zum Beispiel beim Radsport oder Marathon. Und auch bei Sportarten mit üblicherweise sehr schlankem Körperbild, zum Beispiel Balletttanz, sei die Amenorrhö anzutreffen. Das Phänomen betreffe aber nicht nur Sportlerinnen im Leistungssport, so Mebes, sondern zunehmend auch solche, die in ihrer Freizeit intensiv trainieren und stark auf ihren Körperfettanteil achten.

Besteht ein dauerhaftes Missverhältnis zwischen Energieaufnahme und -verbrauch, spart der Körper an Funktionen, die er in dieser Situation nicht als lebensnotwendig einstuft; der Menstruationszyklus wird also eingestellt. Der Begriff »relative energy deficiency in sports«, kurz RED-S, beschreibt den Zusammenhang zwischen Energieverfügbarkeit, Menstruationszyklus und Knochengesundheit. »Fehlt dem Körper über längere Zeit Energie, gerät die hormonelle Steuerung im Gehirn aus dem Takt. In der Folge reifen Eizellen nicht mehr heran und die Periode bleibt aus«, so Mebes.

Die Grundlage eines regelmäßigen Zyklus liegt laut Mebes in der pulsatilen Ausschüttung von GnRH (Gonadotropin-Releasing-Hormon) im Hypothalamus. GnRH bewirkt, dass in der Hirnanhangsdrüse FSH (Follikelstimulierendes Hormon) und LH (Luteinisierendes Hormon) freigesetzt werden. Exzessiver Sport, die damit verbundene körperliche Belastung und ein relatives Energiedefizit stören diese Pulsatilität. FSH und LH werden nicht mehr in ausreichender Menge freigesetzt. Das führt zu einer Follikelreifungsstörung und zum Ausbleiben der Menstruation. Im Blutbild sind dann FSH und insbesondere LH erniedrigt. Formal besteht hier laut Mebes ein hypogonadotroper Hypogonadismus – eine Unterfunktion der Gonaden durch eine mangelnde Serumkonzentration der Gonadotropine FSH und LH.

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