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Was zu Mpox bekannt ist

Die WHO ruft wegen Mpox erneut die höchste Alarmstufe aus. Grund ist eine neue, wahrscheinlich gefährlichere Variante. Das Risiko für Ansteckungen in Europa ist derzeit aber noch sehr gering.
AutorKontaktdpa
Datum 19.08.2024  16:00 Uhr

Woher stammt der Erreger?

Das Mpox-Virus (MPXV) ist verwandt mit den klassischen Pockenviren (Variola-Virus) und den Kuhpockenviren. Es hat verschiedene Nagetiere in West- und Zentralafrika als natürliche Wirte. Affen und auch Menschen sind eigentlich sogenannte Fehlwirte, an die die Erreger weniger gut angepasst sind.

Das Virus weist zwei genetische Kladen (I und II) auf. Das internationale Mpox-Geschehen seit Mai 2022 geht auf Klade IIb zurück. Ansteckungen mit dem Virus der Klade I hingegen wurden bislang ausschließlich in West- und Zentralafrika beobachtet.

In diesem Jahr wurden bisher mehr als 14.000 Mpox-Verdachtsfälle und mehr als 500 Todesfälle aus der Demokratischen Republik Kongo und anderen Ländern Afrikas gemeldet – mehr als im gesamten vergangenen Jahr.

Experten zufolge ist das womöglich nur die Spitze des Eisbergs, weil nicht genügend getestet werde und nicht alle Infizierten zu Ärzten gingen.

Wie ist die Lage in Deutschland?

Nach Angaben des RKI gibt es bislang keine bekannten Fälle der Klade I in Deutschland. Aktuell sei nicht von einer erhöhten Gefährdung durch Klade-I-Viren in Deutschland auszugehen, hieß es. Das RKI beobachte die Situation aber sehr genau und werde seine Empfehlungen bei Bedarf anpassen.

Von der Klade IIb wurden vom RKI bereits rund 3800 Fälle bundesweit erfasst, der Großteil davon (rund 3700) von Frühsommer bis Herbst 2022. Seit Sommer 2023 würden kontinuierlich Fallzahlen auf niedrigem Niveau – im ein- bis niedrigen zweistelligen Bereich pro Monat – gemeldet.

Todesfälle wurden demnach in Deutschland noch nicht registriert.

Wie sieht es weltweit aus?

In Schweden gab es nach dortigen Regierungsangaben gerade den ersten bestätigten Mpox-Fall der Klade Ib außerhalb des afrikanischen Kontinents. Die betroffene Person habe sich zuvor in Afrika aufgehalten.

Die Entwicklung werde weiter aufmerksam verfolgt, besondere Infektionsschutzmaßnahmen für die Allgemeinheit seien zunächst nicht nötig, hieß es.

Die europäische Gesundheitsbehörde ECDC rechnet mit weiteren eingetragenen Fällen. Die Wahrscheinlichkeit einer anhaltenden Übertragung in Europa sei hingegen sehr gering, insofern importierte Fälle schnell diagnostiziert und Kontrollmaßnahmen umgesetzt würden.

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