Die Sächsische Landesapothekerkammer sieht die aktuell vorgesehene PTA-Vertretung kritisch, möchte aber neue Zukunftsperspektiven für PTA schaffen, zum Beispiel durch die Möglichkeit zur Weiterqualifizierung. / © Adobe Stock/contrastwerkstatt
Die bislang ausbleibende Erhöhung des Fixums und die in der Apothekenreform angedachte »Erprobungsregel« für eine PTA-Vertretung, das sind die Hauptschmerzpunkte der Apothekerschaft. Und sie waren auch Kernthemen bei der Kammerversammlung der Sächsischen Apothekerinnen und Apotheker in Chemnitz.
Was den ordnungspolitischen Rahmen und das Thema PTA-Vertretung betrifft, so hält Kammerpräsident Göran Donner zwar eine Aufwertung des PTA-Berufs für dringend erforderlich: »Es besteht kein Zweifel, dass der Beruf PTA bislang stiefmütterlich behandelt wird«, so Donner. »Es ist dringend Zeit, diesen Beruf für die Zukunft attraktiver zu machen.« Die im Apothekenversorgung-Weiterentwicklungsgesetz (ApoVWG) angedachte Vertretungsbefugnis der PTA sei dafür aber nicht geeignet, betonte der Kammerpräsident.
Wie auch von der ABDA in ihrer Stellungnahme zum Gesetz angeführt, stelle diese Regelung die für den Apothekenbetrieb rechtlich notwendige Anwesenheitspflicht des Apothekers infrage. Kippe diese, falle der »ordnungspolitische Schutzzaun«, warnt Donner.
Er unterstrich aber auch, dass der Gesetzgeber grundsätzlich versuche, durch die in der Reform angedachten Maßnahmen wie PTA-Vertretung und Zweigapotheken, die flächendeckende Versorgung durch Apotheken zu erhalten. »Solange wir selbst keine besseren Ideen liefern, außer der, das Fixum auf 12 Euro zu erhöhen, solange wird der Gesetzgeber auch zu Maßnahmen greifen, die uns nicht gefallen.«
Bei der Diskussion des Berichts ging es dann vor allem auch um das Thema PTA-Weiterbildung und -qualifikation. Es sei wichtig, der Berufsgruppe mehr Verantwortung und attraktive Zukunftsperspektiven zu bieten. Die Fixum-Erhöhung sei das eine, das andere sei es, den Job der PTA voranzubringen. Hier gelte es Lösungen zu finden.
Maike Fedders, SLAK-Vizepräsidentin und Vorstandsmitglied der Bundesapothekerkammer (BAK), betonte, dass auch die BAK bereits im Hintergrund zum Thema PTA-Weiterbildung arbeite. Sebastian Michael, Vizevorstand des Sächsischen Apothekerverbands (SAV), plädierte dafür, dass die Sächsische Apothekerschaft »antizipiert, was kommt«. Davon ausgehend, dass die Reform womöglich die ungeliebte PTA-Regelung bringt, gehe es um die Frage, wie man damit umgeht.
Er regte an, dies jetzt konstruktiv zu überlegen. Man könne schauen, wie andere Freiberufler das Thema Vertretung lösen. Stichwort hier: »Delegation«. Man sollte Ideen und Impulse sammeln. Es sei notwendig, der Politik eine Alternative zu der für die Apothekerschaft inakzeptable PTA-Vertretungsregelung aufzuzeigen. Per Abstimmung beauftragte die Kammerversammlung im Anschluss den Vorstand, eine Arbeitsgruppe zu initiieren, mit dem Ziel der Weiterqualifizierung der PTA.
Abschließend wies Kammerpräsident Donner daraufhin, dass die Kammerversammlung im kommenden Frühjahr eine konstituierende sein wird, dann wird ein neuer Vorstand gewählt. Dann könne man auch einen neuen Ausschuss berufen, der sich mit allen Belangen der PTA beschäftigt. Damit bekomme das Thema noch einmal mehr Gewicht. Darüber hinaus erinnerte Donner die Delegierten daran, dass sie jederzeit die Option hätten, eine Resolution zu verabschieden oder einen entsprechenden Antrag zum Deutschen Apothekertag einzubringen.