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Migränetherapie
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Welches Triptan passt zu wem? 

Triptane sind aus der Akuttherapie der Migräne nicht wegzudenken. Welches Präparat passt am besten zu welchem Patienten? Hier gibt es einen Überblick über Wirkung und Unterschiede sowie praktische Tipps für die Beratung.
AutorKontaktVerena Schmidt
Datum 23.02.2026  12:00 Uhr

Bei Migräne führt kein Weg an den Triptanen vorbei: Sie sind die am besten untersuchte und am besten wirksame Arzneistoffklasse in der Akuttherapie von Migräneattacken. Laut der im vergangenen Jahr aktualisierten S1-Leitlinie »Therapie der Migräneattacke und Prophylaxe der Migräne« kommen sie zum Einsatz bei starken Kopfschmerzen und bei Migräne, die nicht auf Analgetika, nicht steroidale Antirheumatika (NSAR) beziehungsweise deren Kombinationen ansprechen.

Triptane wirken spezifisch gegen Migränekopfschmerzen. Sie aktivieren die Serotoninrezeptoren 5-HT1B und 5-HT1D und vermitteln über diese eine Kontraktion der bei der Attacke weit gestellten Gefäße im Gehirn. Außerdem reduzieren sie die Freisetzung entzündungsfördernder und gefäßerweiternder Botenstoffe, darunter Serotonin und CGRP (Calcitonin Gene-Related Peptide). Auch die Weiterleitung von Schmerzsignalen über den Trigeminusnerv wird gedämpft.

Sieben verschiedene Triptane sind mittlerweile in Deutschland auf dem Markt, vier von ihnen sind auch ohne Rezept erhältlich (siehe Tabelle). Die einzelnen Wirkstoffe unterscheiden sich vor allem in ihrer Pharmakokinetik und Wirkstärke: Am besten und schnellsten wirkt laut Leitlinie subkutan verabreichtes Sumatriptan. Oral wirken Metaanalysen zufolge Eletriptan 40 mg und Rizatriptan 10 mg am schnellsten. Bei Naratriptan und Frovatriptan dauert es länger, bis eine Wirkung eintritt. Sie haben dafür aber die längsten Halbwertszeiten und somit die längste Wirkdauer. Am verträglichsten sind laut Leitlinie Almotriptan 12,5 mg und Eletriptan 40 mg; sie zeigen das beste Nebenwirkungsprofil.

Welches Triptan bei welchem Patienten am besten geeignet ist, ist unter anderem abhängig von den individuellen Symptomen, der gewünschten Darreichungsform, Wirkeintritt und -dauer sowie Begleiterkrankungen. So begleiten etwa Erbrechen und Übelkeit häufig die Migräneattacke. Wenn sich der Patient kurz nach der Einnahme einer Tablette erbricht, kann diese natürlich nicht wirken – dann kann ein nasal oder subkutan verabreichbares Triptan sinnvoll sein. Generell empfehlen die Leitlinienautoren: Lindert ein Triptan die Migränebeschwerden nicht ausreichend, sollte ein anderer Wirkstoff getestet werden.

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